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175 Jahre Männerchor Gossau-Ottikon: Ein Blick zurück

Der Männerchor Gossau-Ottikon feiert seinen 175. Geburtstag. Bild: zvg
Der Männerchor Gossau-Ottikon feiert seinen 175. Geburtstag. Bild: zvg

 

Der Männerchor Gossau-Ottikon feiert in diesem Jahr sein 175-Jahr-Jubiläum. Ein Einblick in die Geschichte des Chors.

 

von Max Bühlmann


Der Männerchor Gossau-Ottikon feiert am Samstag, 13. Juni 2020, sein 175-Jahr Jubiläum mit einem Chorfest. Am Chorfest nehmen 28 Chöre und 750 Sänger aus dem ganzen Zürcher Oberland teil. Die Gesangsvorträge finden in der reformierten Kirche und das Jubiläumsfest am Abend in der Altrüti statt.

Gründung Männerchor Ottikon
Am 18. Juni 1845 gründeten 18 Männer den Männergesangverein Ottikon. Mit dem Singheft «Lieder für den Männergesangsverein am Allmann» verfügten sie bereits über eine Grundlage für ihre Proben. Schon im Gründungsjahr nahmen sie in Bäretschweil am dritten Gesangsfest des Sängervereins am Allmann teil und schlossen sich noch im gleichen Jahr mit den Ottiker Frauen und Töchter zur «Gemischten Singgesellschaft Ottikon» zusammen. Der neu gegründete Verein litt in den ersten Jahren unter häufigen Präsidentenwechseln. 1857 wurde Heinrich Landert zum ersten Dirigenten gewählt. Er blieb bis 1907 während rund 50 Jahren dem Verein als Dirigent erhalten.  1859 brachte der Verein sein erstes Chränzli zustande, welches im Gasthof Rössli, Unterottikon stattfand. 1909 wurde Walter Gohl im GV-Protokoll als neuer Männerchor-Dirigent erwähnt. Unter seiner Führung wurden Konzerte, Theater, Reisen und Wanderungen durchgeführt.

 

Während der Zeit der beiden Weltkriege (1914-1918 und 1939-1945) fanden nur selten Proben statt. Sie waren sogar wegen Grippeepidemien und der Maul- und Klauenseuche untersagt. 1924 erstellte der Verein im Gasthof Rössli eine durch Stadttheatermaler Isler gebaute Bühne. 1932 nach dem Beitritt zum Bezirksgesangsverein nahm der Verein am Sängertag in Wald und später in Hedingen teil, wo er einen Lorbeerkranz mit Goldzweig errang. 1935 konnte der Männerchor gemeinsam mit dem Frauen- und Töchterchor eine neue Fahne einweihen.  Für das Bezirksgesangsfest 1937 wurde eine grosse Festhütte aufgebaut und Walter Gohl trug als Festspiel- und Chorleiter viel zum Erfolg des Anlasses bei. 1961 trat Walter Gohl nach 53 Jahren als Dirigent zurück. Die beiden Dirigenten Landert und Gohl bestimmten die Geschicke des Männerchors also mehr als 100 Jahre. 1971 führten die Ottiker in der Altrüti selber ein Bezirksgesangsfest durch. 1990 konnten sie gemeinsam mit dem Frauenchor eine neue Fahne einweihen.

Gründung Männerchor Gossau

Der Männerchor Gossau wurde erstmals 1842 in einem Protokoll des Generalgesangvereins erwähnt. Von der Gründung selber liegen keine Dokumente vor. 1872 wurde in einem Protokoll des Männerchors die Weihe eines neuen Fahnens sowie die Wahl eines Fahnenträgers erwähnt.  1874 führte der Chor im Löwen, Gossau und im Rössli, Ottikon ein Concert u. Theater auf. Die Theatergerätschaften mussten mit Ross und Wagen vom Schulhaus zum «Löwen», dann ins «Rössli» und wieder zurück ins Schulhaus gefahren werden. 1877 wollten die 42 Mitglieder ihren Chor neu organisieren und benannten ihren Verein «Sängerklub Frohsinn».

1878 nahm der Verein gemeinsam mit dem Töchterchor am Sängertag in Grüningen teil und im Folgejahr organisierte der Allmannverein ein Sängerfest in Gossau. In dieser Zeit hatte der Chor stets ein ausgefülltes Jahresprogramm. Er sang gemeinsam mit Nachbarchören am Silvester, Berchtoldstag, Fasnacht, Pfingsten, Bettag, Ostermontag, bei Abdankungen und Anlässen der Aussenwachten. 1883 unternahmen die Sänger eine Lustreise an die erste Landesausstellung in Zürich und 1897 wurde zum Bau der Wetzikon-Meilen-Bahn eine neue Fahne eingeweiht. Karl Morf leitete von 1911 bis 1960 als Dirigent, Aktuar, Theaterregisseur und Bühnenmaler mit grossem Engagement die verschiedensten Aktivitäten des Chors.

Während des 2. Weltkrieges (1939 – 1945) verblieb dem Chor nur noch ein Doppelquartett (8 aktive Sänger) und der Verein schaffte zur Stärkung der Kameradschaft eine neue Fahne an. Am Wahlfest von Ernst Brugger zum neuen Bundespräsidenten, 1973, hatte der Chor einen grossen Auftritt. 1979 wurde erstmals ein Chlausabend durchgeführt und der Samichlaus las den Sängern und Frauenchörlerinnen die Leviten.

1989 führte der Männerchor Gossau ein erfolgreiches Bezirksgesangsfest durch und amtete im Folgejahr an der Fahnenweihe der Ottiker Chöre als Götti des Männerchors Ottikon. Nachdem der Chor während 100 Jahren sein jährliches Chränzli stets im Löwensaal durchgeführt hatte, wurde der Abendanlass 1990 erstmals in der Altrüti abgehalten. 1999 nahm er erstmals im Wallis an einem eidgenössischen Gesangsfest teil, und zwei Jahre später wurde eine neue Fahne eingeweiht.

Fusion der Männerchöre Ottikon und Gossau ab 2012
Nach 1992 führten die beiden Chöre gemeinsame Grillabende im Sennwald und ab 2004 gemeinsame Sing-Weekends im Bündnerland durch. Dies waren die ersten Schritte hin zum späteren Zusammenschluss. 2010 erarbeitete eine Arbeitsgruppe der beiden Chöre ein Konzept für eine Fusion. An der Generalversammlung 2012 konnte sie einen Fusionsvertrag mit neuen Statuten vorlegen. Die Versammlung stimmte dem Fusionsvertrag ohne Gegenstimme zu. Der feierliche Anlass wurde durch einen Fahnenakt der beiden Fähnriche und das Lied «Ode an Gott» bekräftigt. Hans Kaufmann wurde zum Präsidenten und Kari Süss zum Vizepräsidenten gewählt. Ab diesen Zeitpunkt gab es keine Ottiker oder Gossauer Sänger mehr, sondern nur noch Männerchörler.

Heute zählt der Männerchr Gossau-Ottikon 37 aktive Sänger. Ein engagierter Vorstand bietet ein umfassendes Jahresprogramm mit wöchentlichen Proben, Teilnahme an Gesangsfesten, Chorreisen, Wanderungen und geselligen Anlässen. Der Verein engagiert sich auch für die Gemeinde mit Singen in den Altersheimen und Singen am Bettag für die Kirchen.

Quelle: Eigenmeldung des Vereins. bunts.ch übernimmt keine Gewähr für Inhalt und Richtigkeit

Der Männerchor Gossau-Ottikon, 2015. Bild: zvg
Der Männerchor Gossau-Ottikon, 2015. Bild: zvg

Chorfest Zürcher Oberland
Samstag, 13. Juni 2020
Ref. Kirche Gossau, Altrüti
www.mch-gossau-ottikon.ch

 

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