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15. Gwerbler-Zmorge mit Teilnehmerrekord


Wenn der Gemeinderat die Gossauer Gewerbetreibenden ruft, kommen sie in Scharen. Mit 125 Gästen verzeichnete der Anlass vom 15. März 2018 einen Besucherrekord.

 

von Barbara Tudor

 

Bereits zum 15. Mal fand der "Gwerbler-Zmorge" statt, organisiert vom Gemeinderat. Zu dem Anlass werden jeweils alle Gossauer Gewerbetreibenden eingeladen, um Informationen über Projekte und Geschäfte zu vermitteln. Dass die Veranstaltung beliebt ist, zeigt der diesjährige Besucherrekord: 125 Gossauer Gwerblerinnen und Gwerbler sind der Einladung gefolgt und haben sich am frühen Morgen in der Altrüti eingefunden. Pünktlich um 7 Uhr begrüsste der wie immer bestens vorbereitete und gut gelaunte Gemeindepräsident, Jörg Kündig, die Gäste.

 

Fantastisches Buffet der Landfrauen

Die Gossauer Landfrauen haben die Besucher mit allem verwöhnt, was man sich von einem Frühstücksbuffet wünschen kann: selbstgebackene Zöpfe und Brot, hausgemachte Konfitüre, ein feines Birchermüesli, Früchtewähe, Fleisch und Käse. Die Tische und der Saal waren hübsch dekoriert. Jörg Kündig bedankte sich im Namen aller Anwesenden bei den fleissigen Damen, die darauf einen tosenden Applaus ernteten.

 

Aktuelles zu verschiedenen Themen

Die Gwerbler wurden nicht nur am Buffet verwöhnt, sondern auch mit spannenden Informationen gefüttert. So orientierte Jörg Kündig beispielsweise über die Umsetzung der Einheitsgemeinde. Als Teil der Umsetzungspläne bis Sommer 2018 seien die Liegenschaftenabteilungen der Gemeinde und der Schulbehörde zusammengelegt worden. Die neue Liegenschaftenabteilung habe ihren Betrieb am 1. Februar 2018 unter der Leitung von Marco Weiss aufgenommen. Die Abteilung befinde sich im ersten Stock des "alten Pöstli", unweit vom Gemeindehaus.

 

Dorn im Auge: Deponiepläne des Kantons

Für Gesprächsstoff sorgten die Informationen über die geplanten Deponien im Tägernauer Holz und in der Leerüti. Daniel Baldenweg, Ressortvorsteher Hochbau und Planung, vermittelte anschaulich, welche Deponien in welchen Dimensionen geplant sind. Und genau um diese Dimensionen geht es beim Widerstand der beiden betroffenen Gemeinden Gossau und Grüningen. Denn das ursprünglich definierte Volumen von 750'000m3 soll nun auf sage und schreibe 1'500'000m3 erhöht werden. Damit würden nicht nur ein Grossteil einer intakten Natur und ein wesentliches Naherholungsgebiet zerstört, sondern auch die Verkehrsbelastung würde dramatisch zunehmen. Man geht von über 800 LKW-Fahrten pro Monat in Gossau aus. Das wolle der Gemeinderat von Gossau so nicht akzeptieren und engagiere sich gemeinsam mit der Gemeinde Grüningen für eine fairere Verteilung. Denn die Gemeinde Gossau trage bereits überproportional Lasten des Kantons, zum Beispiel durch die Linienführung der Oberlandautobahn und durch die bestehende Deponie Wissenbüel. Auch wolle sich der Gemeinderat dafür einsetzen, dass die Deponien ihren Betrieb nicht zeitgleich aufnehmen. Jörg Kündig appellierte an die Anwesenden und an die gesamte Dorfbevölkerung, ihre Meinung zum Thema zu äussern. Jeder einzelne Zeitungsbericht und jeder Leserbrief sei wichtig und trage dazu bei, dass Öffentlichkeit und Politik auf die berechtigten Sorgen aufmerksam gemacht werden.

 

Status Quo Oberlandautobahn

Daniel Baldenweg orientierte im Anschluss über den aktuellen Stand der Oberlandautobahn. Derzeit würden Projektierungsmassnahmen laufen, ab 2020 sei das Projekt dann beim Bund angesiedelt. Wann die Bauarbeiten beginnen, könne zum heutigen Zeitpunkt niemand sagen. Das hänge von der Priorisierung des Bundes ab. Man setze sich aber im Rahmen der Möglichkeiten weiterhin für eine gut Lösung für Gossau ein, unter anderem, was die nicht tunnelisierten Streckenabschnitte betreffe.

 

3. Etappe im Areal Eich

Daniel Baldenweg gab den Anwesenden einen Einblick in die geplante dritte Etappe auf dem Areal Eich in Gossau. Die letzte der drei Landparzellen werde im Baurecht vergeben. Nach einer öffentlichen Ausschreibung habe man verschiedene Angebote geprüft und sich für ein Projekt entschieden. Auf dem Gelände sollen 2 1/2- bis 4 1/2-Zimmer-Mietwohnungen entstehen. Das Baubewilligungsverfahren dürfte ca. Mitte 2020 anlaufen. Das Projekt werde an der Gemeindeversammlung vom 11. Juni 2018 vorgelegt.

 

Integrationsvorlehre für Flüchtlinge

Sylvia Veraguth Bamert, Ressortvorsteherin Gesellschaft, stellte den Anwesenden das Pilotprojekt "Integrationslehre" der Bildungsdirektion des Kantons Zürich vor. Mit dieser Vorlehre soll Flüchtlingen eine einjährige praxisorientierte Ausbildung ermöglicht werden, die sie anschliessend befähigt, eine berufliche Grundausbildung anzutreten. Grund dafür sei der, dass vor allem junge Flüchtlinge zwar arbeiten möchten, sie aber aufgrund ihrer Geschichte oder Herkunft keine Ausbildung genossen haben, mit der sie eine Lehre in der Schweiz absolvieren könnten. In das Programm aufgenommen würden anerkannte Flüchtlinge (Ausweis B) oder vorläufig Aufgenommene (Ausweis F) im Alter zwischen 20 bid 40 Jahren. Das Pilotprojekt umfasse 100 Plätze. Ob sich jemand für eine solche Integrationsvorlehre eignet, prüfe das Berufsinformationszentrum des Kantons Zürich (biz). Sylvia Veraguth Bamert ermunterte die anwesenden Gewerbetreibenden, die Bereitstellung einen entsprechenden Ausbildungsplatzes zu prüfen.

 

Gewerbemäss 2020

Silvia Berger, Präsidentin des Gewerbevereins Gossau, stellte das Projekt «Gewerbemäss 2020» vor. Vom 11.–13. September 2020 soll entlang der Altrütistrasse eine grosse Festmeile entstehen, ergänzt durch Gewerbestände in der Turnhalle des Oberstufenschulhauses Berg. Die Mitglieder des Gewerbevereins Gossau haben an ihrer Generalversammlung vom 8. März 2018 bereits grünes Licht dafür gegeben. Der Gewerbeverein werde die Rolle des Veranstalters einnehmen und ein OK bilden, welches ein detailliertes Konzept ausarbeite. Dieses soll dem Gewerbe und den Vereinen in Bälde vorgestellt werden. Jörg Kündig sagt dazu: «Wir begrüssen das Projekt und werden es im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen.».