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Frauen mittendrin: Neuorientierung nach Lebensstürmen

 

Bei der vierten Veranstaltung "Frauen mittendrin" der reformierten Kirche Gossau ging es um Lebensstürme und Neuorientierung. Mit einem beeindruckenden Vortrag mitten aus dem Leben.

 

von Barbara Tudor

 

Der Veranstaltungshinweis "Frauen mittendrin" von der reformierten Kirche Gossau hat mich neugierig gemacht. Und so folgte ich der Einladung und besuchte die Morgenveranstaltung im Kirchgemeindehaus.

 

Inputreferate von Frauen, für Frauen

Bei der Themenreihe "Frauen mittendrin" geben verschiedene Referentinnen einen Einblick in ein Wissen, eine Leidenschaft, eine Entdeckung oder in eine Lebensgeschichte. Das Gehörte wird anschliessend in moderierten Gruppengesprächen vertieft. Bei der Veranstaltung, die ich besuchte, berichtete Beatrix Welte aus Bertschikon als Gastreferentin zum Thema Orientierung und Neuorientierung.

 

Orientierung in stürmischen Zeiten

Den Auftakt machte Pfarrerin Adelheid Huber. Sie las eine Geschichte von Lena Anderson vor, "Sturm Stina". Die Geschichte erzählt von einem Mädchen, das bei ihrem Grossvater zu Besuch ist, der auf einer kleinen Insel wohnt. Als nachts ein Sturm tobt, schleicht sich Stina heimlich raus. Als der Grossvater nach seiner Enkelin schaut, findet er ein leeres Bett vor. Er eilt hinaus, um Stina zu suchen und findet sie schliesslich durchnässt und verängstigt. Er bringt sie ins Haus zurück. Mit frischen Kleidern ausgerüstet, geht der Grossvater noch einmal mit Stina hinaus in den Sturm. Mit dem Grossvater an ihrer Seite fasst Stina Mut und findet heraus, dass ein Sturm gar nicht so schlimm ist, wenn man denn nicht alleine ist. Diese Botschaft ist die Überleitung zur Gastreferentin.

 

Lebensstürme als Wegbereiter

Wie viele Menschen hat auch Beatrix Welte so manchen Sturm erlebt, den sie bewältigen musste. Eindrücklich erzählt die verheiratete Mutter und Berufsfrau der bunt gemischten Frauengruppe von einem ihrer "Lebensstürme", von Momenten der Verzweiflung und der Ohnmacht. So wie Stina im Buch, hatte aber auch Beatrix Welte einen Begleiter, der sie durch diese Zeit führte und ihr die Kraft gab, weiter zu machen. Letzten Endes klärte der Himmel auf und es kam alles gut. Ja es taten sich sogar neue Wege und Möglichkeiten für Beatrix Welte auf, an die sie nicht im Traum gedacht hätte. So sei ihr bewusst geworden, dass man selbst auf stürmischer See immer auch Schönes erlebe, zum Beispiel das Mitgefühl und den Zuspruch von anderen. Das habe ihr die Kraft gegeben, nicht aufzugeben und weiter zu machen. Sie habe gelernt, dass man nicht alleine durch die Unwetter des Lebens gehen muss, sondern immer um Hilfe fragen darf. Sei man dann mit seinem Schiff wieder im sicheren Hafen angekommen, blicke man auf das Erlebte zurück und erkenne, dass man daran gewachsen und für den nächsten Sturm besser gerüstet sei.

 

Mit wertvollen Inputs nach Hause gegangen

Unabhängig von der eigenen persönlichen Orientierung – der Morgen hat mir viel Menschlichkeit offenbart, neue Bekanntschaften gebracht und wertvolle Inputs für meinen eigenen Alltag gegeben.

 

 

> nächste Veranstaltung "Frauen mittendrin" am Mittwoch, 30. Mai 2018

> «Sturm Stina» von Lena Anderson

> Über Beatrix Welte