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«Unsere Hilfe kommt von Herzen»

Der Spendenaufruf des Samariterbundes sorgt für Ärger. Bild: Samariterverein Grüningen
Der Spendenaufruf des Samariterbundes sorgt für Ärger. Bild: Samariterverein Grüningen

 

Vor ein paar Tagen verschickte der Schweizerische Samariterbund einen Brief in die Haushaltungen und bittet darin um Spenden. Beim Samariterverein Grüningen kommt dieser Brief gar nicht gut an.

 

von Martina Gradmann*

 

In Zeiten des Coronavirus und den damit verbundenen Auflagen des Bundes, sind viele, vor allem ältere Menschen, gezwungen, zuhause zu bleiben. In den Städten, Dörfern und Gemeinden engagieren sich deshalb unzählige freiwillige Helferinnen und Helfer, um den Einkauf zu organisieren, Mahlzeiten zu liefern und vieles mehr. Auch der Samariterverein Grüningen setzt sich gemeinsam mit dem Frauenverein mit grossem Engagement für diejenigen ein, die jetzt Hilfe benötigen. «Wir wurden immer wieder gefragt, wie man sich bei uns erkenntlich zeigen könne», sagt Michèle Küttel vom Samariterverein. «Samariter ist aber die Bezeichnung für selbstlose Helferinnen und Helfer, deshalb wollen wir auch nichts für unsere Hilfe», sagt die Vereinsaktuarin.

 

«Die Spenden erreichen erfahrungsgemäss nie die kleinen Dorfvereine wie unseren.»

Michèle Küttel, Samariterverein Grüningen

 

Spendenaufruf verärgert den Samariterverein Grüningen

Umso ärgerlicher sei der Bettelbrief des Samariter Dachverbandes, der vor ein paar Tagen in die Haushaltungen verteilt wurde. «Es kann nicht sein, dass sich jetzt ganz viele Menschen engagieren und unser Dachverband von diesen schwierigen Zeiten profitieren möchte. Samariter engagieren sich, weil sie sich berufen fühlen, gerade wenn es schwierige Zeiten sind». Zudem würden die so generierten Spendengelder kleine Dörfer wie Grüningen erfahrungsgemäss nicht erreichen. Der Samariterverein Grüningen distanziert sich darum vom Bettelbrief und bittet die Bevölkerung, nicht darauf einzugehen. Michèle Küttel: «Unsere Hilfe kommt von Herzen».

 

Auf Anfrage von bunts.ch beim Samariterverein Gossau ZH, schreibt der Präsident, Hanspeter Ledermann, dazu: «Der Spendenaufruf des Schweizerischen Samariterbundes hat nichts mit dem Samariterverein Gossau ZH zu tun. Damit keine Verwirrung entsteht: im Brief, der mit den Kleidersäcken verteilt wurde, bittet der Verein um Passivbeiträge. Nur diese kommen voll und ganz dem Samariterverein Gossau zugute.»
 

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> Samariterverein Gossau ZH

 

*Martina Gradmann ist freie Journalistin und lebt in Grüningen