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50 Jahre J. Meier Grüt Transporte AG– die fleissige Fahrerin im Hintergrund

Ein starkes Team: Köbi Meier, Monika Meier, Schaggi Meier sen. (v.l.n.r.)
Ein starkes Team: Köbi Meier, Monika Meier, Schaggi Meier sen. (v.l.n.r.)

 

Vor fünfzig Jahren erhielt Jakob "Schaggi" Meier sen. die Gelegenheit, ein auf den Milchtransport spezialisiertes Unternehmen in Grüt zu kaufen. Was mit vier alten Pritschenwagen und ein paar Fahrern begann, ist heute ein modernes und schweizweit führendes Unternehmen für den Milch- und Rahmtransport.

 

von Barbara Tudor

 

Die J. Meier Grüt Transporte AG feiert dieses Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Das Familienunternehmen, welches auf den Milch- und Rahmtransport spezialisiert ist und in zweiter Generation geführt wird, ist ein wichtiger Partner für die Schweizer Milch- und Rahmindustrie.

Jakob "Schaggi" Meier sen. Bild: zvg
Jakob "Schaggi" Meier sen. Bild: zvg

Alles begann mit einem Anruf aus dem Militär
Jakob "Schaggi" Meier sen. ist in Rüti ZH aufgewachsen, wo seine Eltern ein Transportunternehmen betrieben. Nach seiner KV-Lehre arbeitete er dort als Fahrer mit und begleitete seinen Vater auf den Touren. Schaggi hatte vor, den Betrieb seiner Eltern auszubauen. Im Winter 1969 war er gerade in einem WK im bündnerischen Fellers, als ihm ein Militärdienstkollege den Tipp gab, dass in Grüt das Transportunternehmen der Familie Buchmann zum Verkauf stehe. Noch am gleichen Abend rief er seinen Vater aus einer Telefonkabine aus an und bat ihn, mehr darüber in Erfahrung zu bringen. Dieses Telefonat im Februar 1969 war der Startschuss für die heutige J. Meier Grüt Transporte AG. Nur fünf Monate später, am 1. August 1969, übernahm der damals 24-jährige Schaggi Meier den Betrieb in Grüt, zu der Zeit noch unter dem Namen «Jac. Meier & Co.». Im Jahr 1992 erfolgte die Abtrennung von Rüti und die Umbenennung in J. Meier Grüt Transporte AG. Schaggi Meier entwickelte den kleinen Betrieb mit viel Fleiss, Engagement und Weitsicht zu einem führenden Unternehmen mit heute 50 Mitarbeitenden.

 

«Ich habe volles Vertrauen in meine Kinder.

Sie werden das Geschäft erfolgreich in die Zukunft führen.»

Jakob "Schaggi" Meier sen.

Vom Bauernhof direkt ins Fahrzeug: Milchabholung in Meilen. Bild: Tudor Dialog
Vom Bauernhof direkt ins Fahrzeug: Milchabholung in Meilen. Bild: Tudor Dialog

An 365 Tagen im Jahr im Einsatz
Die derzeit 45 Chauffeure der J. Meier Grüt Transporte AG sind an 365 Tagen im Jahr im Einsatz. Sie holen die Milch sowie den Rahm mitten in der Nacht oder am frühen Morgen auf den Bauernhöfen, bzw. bei den Käsereien in grossen Teilen der Nordostschweiz ab und führen sie den Milchverarbeitern wie der Emmi oder der mooh Genossenschaft zu. Das Unternehmen transportierte im Jahr 2018 58 Mio. kg Milch und 16 Mio. kg Rahm und legte 1'166'000 Kilometer zurück.

 

Hochmoderne Fahrzeugflotte
Am 1. August 1969 übernahm Schaggi Meier vier alte Pritschenwagen von den Vorgängern. 50 Jahre später zählt das Unternehmen zwölf hochmoderne Lastwagen zu seiner Flotte. Das Besondere an den Fahrzeugen sind die Tanks und die ausgeklügelten Messanlagen. Die Chromstahl-Tanks sind mit abtrennbaren Kammern ausgestattet, damit zum Beispiel herkömmliche und Bio-Milch mit einer Tour und einem Fahrzeug aufgeladen werden können. Ebenfalls besonders an den Fahrzeugen sind die Messanlagen: Für die Aufnahme von Milch und Rahm sind nämlich zwei verschiedene Techniken notwendig, denn die Milch wird in Litern gemessen, der Rahm in Kilogramm gewogen. Die J. Meier Grüt Transporte AG installierte bereits 1971 die ersten mechanischen Messanlagen auf ihren Sammelfahrzeugen und gehörte damit zu den Vorreitern in diesem Bereich. Die Spezialtanks sowie die hochkomplexen Messanlagen werden von der Gossauer Firma Jansky & Partner AG, an der Schaggi und Köbi Meier beteiligt sind, entwickelt, installiert und gewartet. Die Investitionskosten für einen Lastwagen sind enorm: Ein Milchsammelwagen kostet um die 300'000 Franken, ein Rahmsammelwagen 500'000 Franken. Die Wartungs- und Reparaturarbeiten an den Lastwagen übernehmen seit vielen Jahren die Thomann Nutzfahrzeuge AG in Schmerikon sowie ein betriebs-eigener Mechaniker.

 

Die aktuelle Fahrzeugflotte der J. Meier Grüt Transporte AG (2019). Bild: zvg
Die aktuelle Fahrzeugflotte der J. Meier Grüt Transporte AG (2019). Bild: zvg
Monika Meier schaut optimistisch in die Zukunft. Bild: zvg
Monika Meier schaut optimistisch in die Zukunft. Bild: zvg

Fest in Familienhand
Schaggi Meier wollte schon früh von seinem Sohn Köbi wissen, ob er den Betrieb einst übernehmen möchte. Bis zu seinem 25. Geburtstag sollte er sich entscheiden. Nach etwas Bedenkzeit entschied sich Köbi Meier dazu und trat am 1. April 1998, just an seinem 26. Geburtstag, in den elterlichen Betrieb ein. Der gelernte Lastwagenmechaniker war anfangs als Fahrer unterwegs, später übernahm er die Disposition und die Fahrereinteilung. Als im Mai 2000 die Rahmtransporte hinzukamen und das Arbeitsvolumen entsprechend anstieg, brauchte Köbi Meier Unterstützung. Er rief seine Schwester, Monika Meier, an und bat sie, nach Hause zu kommen. Sie kündigte ihre damalige Stelle und trat am 1. September 2000 in die Firma ein. Im Jahr 2002 übertrug Schaggi Meier die operative Leitung offiziell an Köbi und Monika und zog sich allmählich aus dem operativen Geschäft zurück. Zum 40-Jahr-Jubiläum übertrug er Monika Meier die Geschäftsführung, Köbi Meier wurde stellvertretender Geschäftsführer. Im Jahr 2016 wechselte Köbi Meier als Betriebsleiter und Personalverantwortlicher zur Jansky & Partner AG, wo er bis heute tätig ist.

 

«Unsere Leidenschaft für den Milch- und Rahmtransport ist ungebrochen.»
Monika Meier, Geschäftsführerin der J. Meier Grüt Transporte AG

 

Auch Hürden und Herausforderungen gemeistert
In den vergangenen 50 Jahren war nicht immer alles rosarot und himmelblau. Die Meiers mussten auch ein paar Hürden überwinden. So zum Beispiel, als sich die Verbandsmolkereien im Jahr 1998 zur «Swiss Dairy Food» zusammenschlossen und diese im Jahr 2002 Konkurs ging. Dem Unternehmen entstand ein Schaden von fast 200'000 Franken. Auch die Einführung der Schwerverkehrsabgabe (LSVA) im Januar 2001 war nicht einfach und beschert ihnen jährliche Mehrkosten von über 600'000 Franken, die sie bis heute nicht vollumfänglich an die Auftraggeber abwälzen konnten. Doch Monika Meier schaut optimistisch in die Zukunft: «Solange wir unseren Grundwerten wie Zuverlässigkeit, Qualität, Nähe und Sicherheit treu bleiben und unsere Interessen im Sinne einer nachhaltigen und gesunden Unternehmensentwicklung wahren, werden wir auch die nächsten 50 Jahre gut meistern.»

 


Wie kommt die Milch eigentlich ins Regal?

Den meisten Konsumentinnen und Konsumenten dürfte nicht bewusst sein, was es alles braucht, damit sie eine Packung Milch, ein Jogurt oder ein Stück Käse aus dem Regal nehmen können. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Transport von den Bauernhöfen und Sammelstellen zu den Milch- und Rahmverarbeitern.

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Firmenvideo aus dem Jahr 2017



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