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5G-Antennen in Gossau: keine Bewilligungspflicht bei Technologieänderungen

In Gossau sind zwei 5G-Antennen aktiv, in Grüningen eine. Bild: Geo-Karte vom BAKOM
In Gossau sind zwei 5G-Antennen aktiv, in Grüningen eine. Bild: Geo-Karte vom BAKOM

 

Auch in der Gemeinde Gossau ZH wurden die beiden aktiven 5G-Antennen im Bagatellverfahren bewilligt. Eine neue Mobilfunkantenne ist in Ottikon geplant.

 

In den Gemeinden Gossau ZH und Grüningen sind drei 5G-Antennen aktiv (bunts.ch berichtete). bunts.ch wollte es auf Anfrage einer besorgten Gossauer Bewohnerin genauer wissen und ekundigte sich bei den Gemeinden. Die Gemeinde Grüningen antwortete bunts.ch, dass auf den bestehenden Antennenanlagen 5G im sogenannten Bagatellverfahren via die Baudirektion beurteilt und bewilligt werde und die Gemeinde dazu keine Bewilligung erteilen müsse (bunts.ch berichtete).

 

«Die Information an die Gemeinde beschränkt sich auf baurechtliche Aspekte.»

Matthias Graf, stv. Gemeindeschreiber Gossau ZH

 

Einflussmöglichkeiten der Gemeinden sind beschränkt

Die Rückmeldung der Gemeinde Gossau ZH lautet ähnlich. So schreibt der stellvertretende Gemeindeschreiber, Matthias Graf, in seiner Mitteilung an bunts.ch: «Aufgrund der Technologieneutralität ist eine Mutation bestehender Antennen nicht bewilligungspflichtig durch die Gemeinde. Die Strahlenwerte sowie die entsprechenden Richtlinien und Grenzwerte werden von der Fachstelle NIS für nichtionisierende Strahlung des AWEL (Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft) des Kantons Zürich definiert. Hält sich ein Betreiber an diese Richtlinien, so können entsprechende Antennen erneuert werden. Erfolgt eine Information an die Gemeinde, so beschränkt sich diese auf die baurechtlichen Aspekte, die unabhängig der eingesetzten Technologie sind. Die Einflussmöglichkeit der Gemeinde bei Mobilfunkantennen beschränkt sich grundsätzlich auf die Aspekte des Baurechts.

 

Bei einem Technologiewechsel handelt es sich um eine Bagatelländerung

Bezüglich der Betriebsdauer der 5G-Antennen können laut Gemeinde Gossau ZH keine Informationen erteilt werden. Der Standortkarte für Sendeanlagen des Bundesamtes für Kommunikation BAKOM können keine detaillierten Angaben entnommen werden. Matthias Graf weiter: «Bei einem Technologiewechsel handelt es sich um eine Bagatelländerung. Bei Bagatelländerungen wird das aktualisierte Standortdatenblatt von der Betreiberin direkt bei der NIS-Fachstelle eingereicht und in Bezug auf die Einhaltung der Bagatellkriterien geprüft. Sind die Voraussetzungen erfüllt, wird die Bagatelländerung durch die kantonale Fachstelle freigegeben und darf von der Betreiberin umgesetzt werden. Die Freigabe erfolgt per E-Mail und wird aus Gründen der Transparenz auch an die jeweilige Baubewilligungsbehörde zur Kenntnisnahme übermittelt. Soweit uns bekannt ist, wurden die Mobilfunkantennen auf den neusten Übertragungsstandard geändert. Wir haben keine Kenntnisse von Versuchs-Mobilfunkantennen.» Auf die Frage, ob weitere 5G-Antennen in der Gemeinde geplant seien, antwortet Graf: «Aktuell wird eine neue Mobilfunkantenne bei der Autobahneinfahrt Ottikon gebaut. Diese wurde im ordentlichen Verfahren mit Publikation behandelt.» (bt)

 

bunts.ch nimmt bezüglich der 5G-Thematik eine neutrale Haltung ein und ist weder Befürworterin noch Gegnerin. Die Plattform berichtet sachlich zum Thema im Sinne einer neutralen Informationsvermittlung für die Bevölkerung.