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Angetroffen: Christoph Reinhardt

Spiel «Romance Antiguo» am liebsten in einer Kirche. Bild: zvg
Spiel «Romance Antiguo» am liebsten in einer Kirche. Bild: zvg

 

Der 73-jährige Biologe Christoph Reinhardt aus Gossau ZH ist
sechsfacher Vater und elffacher Grossvater. Was ihm an Gossau
gefällt und welcheTräume er hat, erzählt er im Interview.

 

von Barbara Tudor

Bunts‘ Post: Wie lange wohnst du schon in Gossau?

Christoph Reinhardt: Seit 1979. Gossau ist meine Heimat- und Bürgergemeinde.

 

Was gefällt dir an der Gemeinde besonders?

Die Landschaft mit den heimeligen Drumlins und der grandiosen Sicht auf die Innerschweizer Berge.

 

Du bist 6-facher Vater und 11-facher Grossvater. Wie ist es für dich, Teil einer so grossen Familie zu sein?

Das ist das Schönste! Ich pflege den regelmässigen Kontakt zu meinen vier Söhnen und der mir gebliebenen einen Tochter und zu all ihren spannenden Jungmannschaften. Das hält mich jung!

 

Du hilfst in der Gemeinde u. a. beim Migranten-Treff mit. Was machst du dort genau?

Ich versuche, den oft schwer traumatisierten Asylsuchenden bei der Integration beizustehen, mit professionellem Deutschunterricht und persönlicher Beratung zu ihren praktischen Problemen. Unsere Kultur und Eigenheiten versuche ich natürlich auch zu vermitteln.

 

Du bist auch politisch aktiv und engagierst dich bei der seniorGrünliberalen Partei. Warum gerade dort?

Die Grünliberalen haben mich im Zusammenhang mit den Klimademos vor einem Jahr überzeugt, dass es sich lohnt, sich politisch zu engagieren. Lange genug habe ich als Wissenschaftler Abstand gehalten zur Politik. Aber wenn ich selbst nichts tue, darf ich mich nicht beschweren über schlechte Politik. Also habe ich mich gemeldet, als die Zürcher GLP Senioren suchte, die sich einbringen wollen. Und siehe da, mit drei Gleichgesinnten haben wir in wenigen Monaten die Nationalratsliste 23 und die ganze Unterpartei «senior glp» gegründet. Die Grünliberalen sind eine junge dynamische Partei, die ausserhalb des links-rechts-Schemas politisiert, mit kreativen Köpfen und einer offenen Haltung. Es geht ummehrheitsfähige Vorschläge in unserer direkten Demokratie, deshalb reden wir mit allen Parteien, ohne festgefahrenes Parteibuch.

 

Du spielst leidenschaftlich gerne Gitarre. Was gefällt dir an dieser Art von Musik besonders?

Ich habe eine professionelle Ausbildung als klassischer Gitarrist, begonnen mit autodidaktischen Versuchen imAlter von 15 Jahren – gar nicht zur Freude meines Vaters (lacht). Mein Lieblingslied ist das «Romance Antiguo». Ich habe dieses Lied allen meinen Kindern zum Einschlafen vorgespielt, insbesondere meiner Tochter, die leider im Jahr 2000 bei einem tragischen Verkehrsunfall mit dem Velo ums Leben kam. Wenn ich dieses Lied in einer schönen Kirche spielen darf, kommen mir immer die Tränen.

 

Worüber hast du kürzlich herzhaft gelacht?

Über die ellenlangen Witze von einem meiner Enkel, weil er die Pointe nicht fand.

 

Was ist dein nächstes Reiseziel?

Auf meiner «Bucket List» steht Andalusien - das Flamenco-Landmeiner Träume, das ich leider noch nie besucht habe.