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«Die Halle ist eine Herzensangelegenheit»

Andy Leutenegger ist täglich auf der Baustelle. Bild: bt
Andy Leutenegger ist täglich auf der Baustelle. Bild: bt

 

Am 12. März 2020 erfolgte der Spatenstich für die Gossauer Sporthalle. Nur acht Monate später ist der Bau der für viele lang ersehnten Multifunktionshalle an der Altrütistrasse weit fortgeschritten. Andreas Leutenegger, Sponsor und Generalunternehmer der Halle, erzählt, warum ihm der Hallenbau am Herzen liegt.

 

von Barbara Tudor

 

Die Gossauer Bevölkerung hat das Projekt der Multifunktionshalle im November 2019 mit grosser Mehrheit angenommen. Was vor wenigen Monaten nur auf Plänen existierte, ist heute real und nimmt Formen an. In den kommenden Monaten folgen weitere wichtige Etappen. Damit das alles möglich ist, sind verlässliche Baupartner nötig. Und ein Bauherr, der die Sache nicht nur zu grossen Teilen finanziert, sondern sich auch persönlich für das gute Gelingen einsetzt. Bunts’ Post traf den Sponsor und Bauherrn der Halle, Andy Leutenegger, zum Gespräch.

 

bunts.ch: Der Hallenbau geht zügig voran. Bist du zufrieden mit dem Baufortschritt?

Andy Leutengger: Zeitlich sind wir auf Kurs, praktisch auf den Tag genau gemäss Bauprogramm. Verschiedene Firmen tragen dazu bei, dass das so ist.


Hast du die Halle selber konzipiert?

Die Architektur dieser Halle ist keine Neuerfindung. Es ist eine Adaption von anderen Hallen, die schon gebaut wurden. Das hat einige Vorteile.


Welche?
Wir konnten uns diese Hallen ansehen und Fehler, welche dort gemacht wurden, vermeiden. Zudem konnten Verbesserungsvorschläge der Hallenbetreiber eingebunden werden. Wir haben die Pläne an die Gegebenheiten vor Ort angepasst und das Projekt zusammen mit dem Architekten finalisiert. Die Halle ist kein Stararchitektenbau, sondern ein Zweckbau, der den Vereinen, den Kindern, Jugendlichen und der Gossauer Bevölkerung insgesamt etwas bringen soll.

 

«Die Halle ist und bleibt ein Zweckbau.»
Andreas Leutenegger

 

Was gefällt dir an der Halle?

Es ist und bleibt ein Zweckbau mit Vorgaben von Seiten der Gemeinde und Behörden. Da gibt‘s nicht viel Spielraum. Interessant ist der besondere Hallenboden, der verschiedenen Bedürfnissen gerecht werden muss, und die PV-Anlage mit Batteriespeicher und intelligenter Steuerung, geplant und installiert von der Gossauer alenergy invest AG. Die Anlage wird ca. 60 Prozent des Gesamtenergiebedarfs decken.

 

Gab es seit dem Baubeginn Hürden oder Schwierigkeiten?

Wegen dem Gelände und dem schlechten Untergrund waren Anpassungen nötig. Die grössten Hürden aber waren die Auflagen der kantonalen Ämter und ihre teilweise kurzfristigen Änderungen. Die letzten Auflagen haben wir erst im Juni 2020 erhalten, also lange nach der erteilten Baubewilligung. Zudem haben neue Auflagen uns gezwungen, etliche Bereiche der Halle umzuplanen. All das hat teils hohe Mehrkosten zur Folge, die ich selber tragen muss.

 

Es wurden viele Gossauer Unternehmen engagiert. War das ein Grundsatzentscheid?

Die AL Immobilien AG hat den Auftrag von der Gossauer Bevölkerung erhalten. Da ist es für mich klar, so weit als möglich auch Gossauer Unternehmer zu berücksichtigen.

 

Was sind die nächsten wichtigen Etappen?
Nach dem Aufsetzen des Hauptdachträgers, das Ende Oktober erfolgte, ist das Ziel, dass die Halle bis Ende Jahr zu ist, also die komplette Gebäudehülle isoliert ist, damit ab Januar im Trockenen gearbeitet werden kann.

 

Bereits Anfang Juli 2021 soll die Halle eingeweiht werden. Gibt es schon Pläne, wie die Einweihung aussehen soll?

Eine Einweihung ist ja eher eine trockene Sache. Daher finde ich es schön, dass der Anlass zusammen mit der Chilbi und der Festmeile geplant ist. Wie genau das aussehen wird, steht noch nicht fest.

 

Du bist täglich auf der Baustelle und packst auch selber mit an. So hast du neulich mitgeholfen, die 5000 Meter Rohre für die Bodenheizung zu verlegen. Wieso?

Ich finanziere den Grossteil der Halle. Wenn jemand einen Fehler macht, zahle ich das und nicht derjenige, der ihn begangen hat. Darum entscheide und kontrolliere ich fast alles. Ich habe aber natürlich fachkundige Unterstützung im Hintergrund.

 

«Die Halle ist ein Bedürfnis der Gossauer Bevölkerung. Das ist meine Motivation.»

Andy Leutenegger


Deine Tage scheinen lang…

Ja, zeitweise ist die Belastung sehr hoch. Aber die Halle ist ein Bedürfnis der Gossauer Bevölkerung. Das ist meine Motivation. Und eine Herzensangelegenheit von mir als Vater und Grossvater.

 

Nicht alle waren für die Sporthalle. Was sagst du zu ihnen?

Auch sie dürfen an die Eröffnung kommen und die Halle nutzen (lacht).



Über «AL» Leutenegger

Andreas «Andy» Leutenegger, Jahrgang 1956, ist in Uster aufgewachsen. Als gelernter Spengler, Sanitär-Installateur, Heizungsmonteur und eidg. dipl. Sanitär, gründete er 1983 die Firma A. Leutenegger, heute Leutenegger Installations AG. Zur Unternehmensgruppe gehören auch die AL Immobilien AG und AL Bauvision AG sowie einige Mehrheitsbeteiligungen. Andreas Leutenegger wohnt mit seiner Frau Beatrice seit 1987 in Gossau. Ihre beiden Kinder, Daniel Leutenegger und Jasmin Zahner-Leutenegger, wohnen ebenfalls in Gossau und arbeiten in den Betrieben mit.


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