· 

Gemeinde Gossau: Keine Beiträge für die Arbeit von bunts.ch

Die Gemeinde Gossau ZH will bunts.ch nicht unterstützen. Eine Begründung gibt es nicht.
Die Gemeinde Gossau ZH will bunts.ch nicht unterstützen. Eine Begründung gibt es nicht.

 

Die im 2016 lancierte Plattform bunts.ch erhält auf Anfrage keine finanzielle Unterstützung von der Gemeinde Gossau.

 

Im 2016 gründete die in Gossau wohnhafte Barbara Tudor die Facebook-Seite namens "Bunts Gossau" und fing an, Informationen über die Aktivitäten in der Gemeinde zu teilen. Der Mutter und Berufsfrau fehlte damals eine zentrale Plattform, über die man sich einfach und schnell über das Leben im Dorf informieren kann. Da das Angebot auf Interesse stiess und innert kürzester Zeit von vielen genutzt wurde, ging kurze Zeit später die Website www.bunts.ch online. Die Plattform wird von der ersten Stunde an ehrenamtlich von Barbara Tudor betrieben und von ihr finanziert. «Es ist mein persönlicher Beitrag für einen fröhlichen Austausch im Dorf. Andere engagieren sich in Vereinen, ich engagiere mich mit bunts.ch für ein gelungenes Miteinander.»

 

Zentrale Plattform für das Leben im Dorf

Das Ziel von bunts.ch ist, die Bewohnerinnen und Bewohner auf eine positive und fröhliche Art über die Aktivitäten im Dorf auf dem Laufenden zu halten und ihnen Nutzen zu bringen. Mit Veranstaltungshinweisen, Informationen aus der Gemeinde, über das Gewerbe- und Vereinsleben, mit Unterhaltung und Services wie der Online-Agenda, dem Stellen- und Privatmarktplatz. Auch für die Gewerbetreibenden und die Vereine soll bunts.ch eine attraktive Plattform sein, um über ihre Angebote zu berichten. Ihre Arbeit wird belohnt: bunts.ch mit seinen sozialen Kanälen ist heute die grösste Online-Gemeinschaft von Gossau und erfreut sich grosser Beliebtheit. Via die sozialen Kanäle folgen bunts.ch über 2'300 Personen, die Website wird pro Tag durchschnittlich 900 Mal geklickt. Auch in der Nachbarsgemeinde Grüningen, wo bunts.ch seit 2019 betrieben wird, gewinnt bunts.ch immer mehr Follower.

 

«Ich schaffe mit bunts.ch Mehrwerte für die Bevölkerung.»

Barbara Tudor, Betreiberin von bunts.ch

 

Ideale Ergänzung zu den Printangeboten

bunts.ch ist einzigartig und deckt mit ihrem Angebot ein Bedürfnis der Bevölkerung ab, sich via Internet und über die sozialen Medien über das Leben im Dorf zu informieren. Aktuell und kompakt. Bei der Lancierung von bunts.ch gab es ein solches Online-Angebot noch nicht. Barbara Tudor, die 15 Jahre in der Medienwelt tätig war, ist mit bunts.ch in diese "mediale" Lücke gesprungen und berichtet seither an 365 Tagen im Jahr über das Leben im Dorf. Die selbständige Unternehmerin wendet dafür mittlerweile ein Pensum von 50% auf. Seit 2019 gibt sie zwei Mal im Jahr ergänzend die "Bunts' Post" heraus, eine Gratiszeitung mit Verteilung in ganz Gossau. Die Zeitung lancierte sie, nachdem sie im Dorf von verschiedenen Leuten darauf angesprochen wurde. Um die bestehende «Gossauer Info» nicht zu konkurrenzieren, erscheint die Zeitung von bunts.ch bewusst zu Zeiten, in denen keine «Gossauer Info» erscheint. Barbara Tudor dazu: «In einer Gemeinde mit 10'000 Einwohnern haben zwei Medien und sechs Ausgaben gut nebeneinander Platz und tun sich nicht weh.»

 

Anfrage für Bezahlung der publizierten Gemeindeinformationen

bunts.ch leistet auch für die Gemeindebehörden wertvolle Kommunikationsarbeit, u.a. mit der Publikation von offiziellen Mitteilungen, welche die Gemeinde bunts.ch jeweils zuschickt. bunts.ch publiziert auch die Stellenangebote, führt die Entsorgungsdaten sowie Gemeindeveranstaltungen in der Online-Agenda usw. Alles kostenlos für die Gemeinde. Den Betrieb der Online-Agenda auf der Gemeinde-Website konnte die Gemeinde dank bunts.ch im 2019 auf wenige Eigenveranstaltungen herunterfahren. Zuletzt hat bunts.ch die Gemeinde aktiv und über mehrere Wochen bei der Koordination der Hilfesuchenden und freiwilligen Helfer während der Coronakrise unterstützt. bunts.ch hat in den vergangenen vier Jahren also mehrfach bewiesen, dass die Plattform funktioniert, ankommt und keine Eintagsfliege ist. So erlaubte sich Barbara Tudor Ende April 2020, die Gemeinde Gossau ZH anzufragen, ob sie bereit ist, für die online publizierten Gemeindemitteilungen künftig einen finanziellen Beitrag zu leisten. Die Anfrage schien der Betreiberin legitim, zumal die Gemeinde der vier Mal jährlich erscheinenden «Gossauer Info» einen Beitrag von Fr. 30'000.- im Jahr bezahlt, damit sie ihre Gemeindeinformationen darin publizieren kann. Dieser Betrag wurde im 2019 von Fr. 26'000.- auf Fr. 30'000.- erhöht (bunts.ch berichtete). Einen bestimmten Betrag forderte Barbara Tudor bei ihrer Anfrage an die Gemeinde nicht. Vielmehr wollte sie die Thematik in einem persönlichen Austausch offen diskutieren. Leider kam es erst gar nicht zu einem Treffen.

 

«Ich habe keine Mühe mit der Absage an sich. Aber dass man mir keine Begründung lieferte, hinterlässt einen fahlen Beigeschmack.»

Barbara Tudor

 

Keine Unterstützung von der Gemeinde

Die Antwort kam am 28. Mai 2020 per E-Mail vom stellvertretenden Gemeindeschreiber: Man will bunts.ch nicht als ergänzendes Publikationsmedium zur «Gossauer Info» nutzen. Auch will die Gemeinde für die publizierten Mitteilungen nichts bezahlen. Eine Begründung für diesen Entscheid fehlte leider in der Absage. Die Betreiberin ist enttäuscht, aber nicht unbedingt überrascht. «Ich habe kein Problem mit der Absage an sich und respektiere den Entscheid selbstverständlich. Mühe macht mir, dass man mir keine Begründung dazu lieferte und man es auch nicht für nötig hielt, mir dies persönlich mitzuteilen. Zur Koordination der Helfer in der Coronakrise fand man sofort Zeit, um mich zu einer Besprechung am runden Tisch im Gemeindehaus einzuladen. Doch jetzt, wo ich mit einem Anliegen bei ihnen anklopfte, hielt man es nicht für nötig, mich persönlich zu kontaktieren und den Entscheid zu erläutern. Das hinterlässt einen fahlen Beigeschmack.»

 

«Ob und wie ich die Informationen der Gemeinde künftig noch publiziere, lasse ich mir offen.»

Barbara Tudor, Betreiberin von bunts.ch

 

bunts.ch gibt's weiterhin

Trotz allem hindert das Barbara Tudor nicht daran, mit bunts.ch und der "Bunts' Post" weiter zu machen. «Ich habe bunts.ch schon immer aus eigenen Kräften gestemmt und werde das auch in Zukunft tun. So viele Menschen stehen hinter mir, schätzen, was ich tue und sind froh, dass es bunts.ch gibt.» Dass dem so ist, haben auch die vielen positiven Kommentare in den sozialen Medien gezeigt, nachdem bunts.ch die Absage der Gemeinde publik machte. «Genau für diese Menschen betreibe ich bunts.ch. Heute, morgen und so lange, wie die Leute Freude daran haben.» Eines allerdings lässt sie sich völlig offen: Ob und wie sie die Informationen der Gemeinde künftig noch publizieren wird. «So wie ich bei allen anderen Inhalten auch stets selber entscheide, was ich publiziere und was nicht, so werde ich dies auch in Zukunft bei den Mitteilungen der Gemeinde tun.» (Redaktion bunts.ch)