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14. Gwerbler-Zmorge in der Altrüti

 

Auch in diesem Jahr lud der Gemeinderat von Gossau die Gewerblerinnen und Gewerbler zu einem Frühstück mit Rahmenprogramm ein. Es gab erneut einen Besucherrekord mit 127 angemeldeten Gästen.

 

von Barbara Tudor

 

Bereits zum 14. Mal lud der Gemeinderat am 14. März 2019 das Gossauer Gewerbe in die Altrüti ein. Das Interesse am Anlass ist ungebrochen: Mit 127 angemeldeten Gästen wurde noch einmal ein Rekord geknackt. Das freut den Gossauer Gemeindepräsidenten, Jörg Kündig. Damit eröffnet er den Informationsmorgen um 7.10 Uhr. Die sicherlich anstrengenden letzten Wochen und Monate des Wahlkampfes sind ihm nicht anzusehen. Wie man es von ihm kennt, führte er mit Witz, Charme und auch ein paar provokanten Kommentaren unterhaltsam durch den Morgen.

 

Oberlandautobahn als Dauerthema

Daniel Baldenweg vom Ressort Hochbau und Planung informierte die Anwesenden über den Stand des Projekts. Für die Gemeinde sei klar, dass sie sich aktiv in die Planung einbringt und auch alternative Ideen geprüft werden müssen. So zum Beispiel bezüglich Linienführung und Anschluss in Ottikon: Die Gemeinde setze sich klar für eine Linienführung unter der Erde ein. Und neben der Variante eines Vollanschlusses in Ottikon müssten auch Alternativen wie eine einfache Streckenanbindung geprüft werden. Jörg Kündig fügt an: «Das ist kein Projekt mehr für die nächste Generation. Es kann plötzlich schnell gehen.»

Gut gelaunt wie immer: Jörg Kündig, Gemeindepräsident von Gossau
Gut gelaunt wie immer: Jörg Kündig, Gemeindepräsident von Gossau

Dreifachturnhalle hat Wellen geworfen

Die Ankündigung am Neujahrsapéro am 2. Januar 2019 (bunts.ch berichtete) habe unerwartete Wellen geworfen, erzählt Jörg Kündig. «Es war erstaunlich, wie wiele plötzlich meine E-Mail-Adresse kannten», sagt er – Gelächter im Saal. Doch es ist Jörg Kündig ernst: Der Gemeinderat will das Projekt auf jeden Fall durchbringen. Aber bezüglich Termin gibt Jörg Kündig offen zu: «Mit der Ankündigung, dass das Projekt bereits im September 2019 zur Abstimmung kommen soll, war ich etwas gar optimistisch.» Man wolle sich genug Zeit nehmen und alle Anspruchsgruppen wie die Vereine und das Gewerbe einbinden. Denn die seien nicht nur begeistert, sondern hätten auch Bedenken angemeldet, zum Beispiel was die Ausgestaltung der Halle anbelangt. Da gehen die Wünsche offenbar auseinander. Auch hinsichtlich Finanzierung seien kritische Fragen an den Gemeinderat herangetragen worden. Für den Gemeinderat aber sei klar, dass sie die Halle mit Partnern und über ein Submissionsverfahren realisieren will.

 

«Schliessen Sie die Lehrverträge bitte nicht zu früh ab.»

Katharina Schlegel, Schulpräsidentin

 

Lehrplan 21 - Schule wünscht sich Unterstützung vom Gewerbe

Katharina Schlegel, Schulpräsidentin und Ressortvorsteherin Bildung, informierte die Anwesenden über den Lehrplan 21 und die Aktivitäten bezüglich der Berufsvorbereitung an der Oberstufe. Katharina Schlegel appelliert dabei an das Gewerbe, von den Schülern nicht bereits für die Schnupperlehre ein vollständiges Dossier einzufordern und die Lehrverträge auch nicht zu früh abzuschliessen, damit alle die gleichen Chancen haben, eine Lehrstelle zu bekommen. Die jungen Menschen würden zwischen Schnupperlehre und Schulaustritt oft noch eine erstaunliche Entwicklung durchmachen.

 

«Es gibt auch noch andere Probleme in der Gemeinde als die Dreifachturnhalle.»

Heinrich Wintsch, Ressortvorsteher Umwelt

 

Plagegeister Neophyten

Als dritter Referent tritt Heinrich Wintsch auf, Ressortvorsteher Umwelt. Er informiert über die Problematik der Neophyten, also importierte Pflanzen, welche die einheimischen verdrängen und ein echtes Problem darstellen (bunts.ch berichtete). Alleine in der Gemeinde Gossau seien über 450 Standorte von Neophyten recherchiert worden. Um diese Pflanzen zu bekämpfen, hat die Gemeinde ein Budget von Fr. 35'000.- gesprochen. Heinrich Wintsch ruft zu mehr Achtsamkeit beim Kauf von Pflanzen auf und bittet auch die Gartengestalter und Gartenbauunternehmen, einheimische Pflanzen statt importierte zu berücksichtigen. Zum Schluss sagt Heinrich Wintsch mit einem Augenzwinkern: «Sie sehen, es gibt auch noch andere Probleme in der Gemeinde als die Dreifachturnhalle».

 

Feuerwehr könnte Unterstützung im Tagdienst gebrauchen

Wie bereits im letzten Jahr rief Salvatore Giorgano, Ressortvorsteher Abfall, Sicherheit und öffentlicher Verkehr, dazu auf, die Feuerwehr Gossau bei der Suche nach Freiwilligen zu unterstützen. So könne verhindert werden, dass tagsüber ein Personalmangel entsteht. Denn der könnte dazu führen, dass auswärtige Feuerwehren aufgeboten werden müssten und es länger dauert, bis Hilfe vor Ort eintrifft. Melden kann man sich direkt bei der Feuerwehr Gossau.

 

«Wir freuen uns, das Gossauer Dorffest organisieren zu dürfen.»

Silvia Berger, OK-Präsidentin «Gossau2020»

 

Festmeile in Gossau

Silvia Berger, Präsidentin des Gewerbevereins Gossau, gibt den Gewerbetreibenden ein kurzes Update über das Projekt «Gossau2020». Statt einer herkömmlichen Gewerbeausstellung plant der Gewerbeverein im nächsten Jahr eine besondere Gewerbemesse mit Festmeile. Die soll Gossau von einer etwas anderen Seite zeigen. Vom 11. bis 13. September 2020 wird eigens für das Fest die Altrütistrasse gesperrt. Entlang der Strasse soll es verschiedene (Fress-)Stände geben. Der Parkplatz des Oberstufenschulhauses werde als offene Bühne gestaltet, und die Altrüti wie auch die Turnhalle im Berg stehe für Indoor-Stände zur Verfügung. Ein Highlight: Die Feuerwehr Gossau führt ihre jährliche Hauptübung am Anlass durch. Silvia Berger und das OK-Team freuen sich, das Fest für die Gemeinde organisieren zu dürfen und laden die Gewerbetreibenden ein, dabei zu sein. Eine provisorische Anmeldung sei ab sofort möglich: www.gv-gossau-zh.ch.

 

Herrliches Frühstücksbuffet von den Gossauer Landfrauen

Einmal mehr durften sich die Gäste über ein grossartiges Frühstücksbuffet freuen, das die Gossauer Landfrauen gestaltet haben. Vom selbstgemachten Butterzopf über Brot, Birchermüesli, feinen Käse, Wurst und Ostereier gab es alles, was das Herz begehrt.

Bilder: Tudor Dialog, Gossau