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Wegen Chlorothalonil: Grüningen wird vorläufig mit Seewasser versorgt

 

Bei einer Untersuchung der Grundwasserfassung Oberottikon wurde eine Überschreitung des Grenzwertes gemessen. Wie die Gemeinde Grüningen mitteilt, wird darum vorläufig das gesamte Netz mit Seewasser von der Gruppenversorgung Zürcher Oberland versorgt.

 

Die OGH (Wasserversorgung Ottikon-Grüningen-Hombrechtikon), Lieferantin von Grundwasser an die Wasserversorgungs-Genossenschaft Grüningen, hat aufgrund der toxikologischen Neubeurteilung des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil und dessen Abbauprodukt Chlorothalonil-Sulfonsäure das Trinkwasser auf diese Stoffe untersuchen lassen. Dies deshalb, weil das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) seit dem 31. Januar 2020 alle Abbauprodukte von Chlorothalonil als relevant erklärt.

 

Grenzwert bei der Grundwasserfassung Oberottikon überschritten

Wie die Gemeinde Grüningen am 20. August 2020 mitteilte, wurde bei einer Überwachung bei der Grundwasserfassung Oberottikon eine Überschreitung des Grenzwertes des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil festgestellt. Die OGH habe zudem weitere Proben angeordnet, da auch beim Metabolit R 471811 Überschreitungen gemessen worden seien. Am 10. Juli 2020 erfolgte die letzte Beprobung des Trinkwassers in Grüningen durch das Kantonale Labor. Mit dem Ergebnisbericht vom 23. Juli 2020 bestätigt das Labor, dass keine Rückstände des Wirkstoffes Chlorothalonil und dessen Abbauprodukte im Trinkwasser festgestellt werden konnten. Die Grundwasserfassungen der OGH würden genau beobachtet und das Wasser laufend analysiert, so die Mitteilung. So hoffe man, dass nach gewisser Zeit wieder unbelastetes Wasser von diesen Fassungen bezogen werden kann.

 

Vorläufig gibt's Seewasser

Die Wasserversorgungs-Genossenschaft Grüningen sei bestrebt, allen Wasserbezügern einwandfreies Trinkwasser zu liefern, so die Mitteilung weiter. Aus diesem Grund werde vorläufig auf die Abgabe von Grundwasser von der OGH verzichtet. Das gesamte Netz werde mit Seewasser von der Gruppenwasserversorgung Zürcher Oberland versorgt.

 

Veränderte Wasserhärte

Die Wasserhärte habe sich durch die Umstellung auf Seewasser markant geändert (~15 fH), was Verfärbungen und Ablösungen von Ablagerungen in Rohrleitungen hervorrufen könne. Die Qualität sei aber unbedenklich. Die Enthärtungsanlagen müssten allenfalls neu eingestellt werden.


Ergänzende Informationen

Über die Wasserversorgung Grüningen (WVG)

Die Wasserversorgung Grüningen (WVG) ist eine Genossenschaft aller Liegenschafts-und Grundstücksbesitzer, die ihre Genossenschafter mit einwandfreiem Trink-und Brauchwasser versorgt. Daneben stellt sie auch die Verfügbarkeit von Löschwasser für die Feuerwehr sicher. Die WVG besitzt kein eigenes Wasser, sondern kauft dieses zu etwa 2/3 als Grundwasser bei der OGH (Wasserversorgung Ottikon-Grüningen-Hombrechtikon) und zu ca. 1/3 als Seewasser bei der GWVZO (Gruppenwasserversorgung Zürcher Oberland) ein. Die durchschnittliche Wasserhärte beträgt ca. 27 fH (französische Härtegrade). Der Wasserdruck ist je nach Standort (Höhe) unterschiedlich, er schwankt zwischen 4,5 und 12,0 bar.

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Erklärungen zum Pflanzenschutzmittel Chlorothalonil

Neben den allgemeinen mikrobiologischen und chemischen Eigenschaften des Trinkwassers rückten in letzter Zeit Rückstände von Pflanzenschutzmitteln oder deren Abbauprodukte nicht zuletzt wegen Untersuchungskampagnen der Kantonalen Laboratorien in den Fokus der Öffentlichkeit. Dabei war in den Medien oft vom Wirkstoff «Chlorothalonil» und dessen Abbauprodukten zu lesen. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat aufgrund der Neubeurteilung durch das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) weitere Abbauprodukte des Wirkstoffes Chlorothalonil auf die Liste der relevanten Metaboliten gesetzt. Damit gilt auch für diese Substanzen der Höchstwert von 0.1 μg/l im Trinkwasser. Trinkwasser mit Rückstands-Konzentrationen über diesem Höchstwert erfüllt die Anforderungen an sauberes Trinkwasser nicht.

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Quelle: Mitteilung der Gemeinde Grüningen vom 20.08.2020