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Grüningen: Ein Dorf hält zusammen

Einkaufen für Risikopatienten: Daniela Crainich (Frauen für Frauen), Max Bösiger, Andrea Küttel (Samariterverein), Monika Kälin und Bibi Furger (v.l.n.r.)
Einkaufen für Risikopatienten: Daniela Crainich (Frauen für Frauen), Max Bösiger, Andrea Küttel (Samariterverein), Monika Kälin und Bibi Furger (v.l.n.r.)

 

Die Corona-Krise hat uns alle getroffen, auch die Bewohnerinnen und Bewohner von Grüningen. Doch gerade in der Krise hat sich gezeigt, dass das Dorf zusammensteht. Zahlreiche Grüningerinnen und Grüninger haben den betroffenen Risikogruppen sofort und freiwillig ihre Hilfe angeboten.

 

von Martina Gradmann*

Zeitweise hätten die Hilfsangebote die Gesuche bei weitem überschritten, weiss Simon Baumann Kamm, der als Koordinator für die Hilfsangebote der Kirche zuständig war. Auch der Frauen- und Samariterverein konnten in kürzester Zeit auf ein Angebot von unzähligen freiwilligen Helferinnen zählen, die für ältere Menschen das Einkaufen übernahmen. «Wir lassen sie nicht im Stich», sagten auch die Ernis vom Restaurant Hirschen und unterstützten die Risikogruppe mit günstigen Mittagsmenüs, die von freiwilligen Helferinnen und Helfern täglich ausgeliefert wurden.

 

Günstige Mahlzeiten vom Team des Restaurant Hirschen (links im Bild Stefan und Karin Erni), geliefert für Risikogruppen von Martina Gradmann (rechts im Bild), Alain Schranz, Barbara Sutter und Yvette Jucker (ohne Bilder)
Günstige Mahlzeiten vom Team des Restaurant Hirschen (links im Bild Stefan und Karin Erni), geliefert für Risikogruppen von Martina Gradmann (rechts im Bild), Alain Schranz, Barbara Sutter und Yvette Jucker (ohne Bilder)

In der Krise hält das Dorf zusammen

Dieser Spirit sei typisch für Grüningen, weiss Tina Kessler vom Spitex-Verein, die anfänglich die Hilfsaktionen mit dem Zivilschutz koordinierte. Auch wenn man nicht immer einer Meinung sei, in der Krise halte das Dorf zusammen. Viel leisten mussten auch die Zivilschützer, die an der Gerbistrasse dafür sorgten, dass das Rayon-Verbot von den Bewohnern des Pflegeheims Sonnhalde eingehalten wurde. Es sei eine Art friedliche Schleuse, sagen stellvertretend die Zivilschützer Oliver Kasper und Beat Rathgeb. «Oft kommen die Bewohner auf ein Schwätzchen vorbei, auch wenn es ihnen manchmal schwer fällt, sich an die Regeln zu halten».

Zivilschützer Oliver Kasper und Beat Rathgeb  bei der "friedlichen Schleuse" an der Gerbistrasse.
Zivilschützer Oliver Kasper und Beat Rathgeb bei der "friedlichen Schleuse" an der Gerbistrasse.
Täglicher Einsatz mit vielen Zusatzstunden: Volg-Mitarbeiterinnen Kordula Zraggen und Beatrice Hofmann
Täglicher Einsatz mit vielen Zusatzstunden: Volg-Mitarbeiterinnen Kordula Zraggen und Beatrice Hofmann

Virtuelle Gedanken und Kerzenlicht

Ganz eingeschlossen waren auch die Bewohner der Pflegewohnung im Sewo, doch habe sich gerade in dieser Zeit das Konzept der Pflegewohnung bewährt, sagt Tina Kessler. «Zum Glück war bei uns niemand vom Virus betroffen». Wichtig für die Gemütslage sei auch der schöne Garten mit den tollen Blumen gewesen. Für geistige und seelische Nahrung sorgte auch Pfarrer Ruedi Steinmann mit virtuellen Gedanken. Und Sigrist Simon Baumann zog aus altem Wachs Kerzen, die man sich ins Fenster stellen und jeweils beim abendlichen Glockengeläut anzünden konnte. Auch Einzelinitiativen wurden gestartet. So unterstützte die Sekundarschülerin Michaela kleinere Kinder beim Homeschooling und eine Berufsschülerin backte Kuchen für die Spitex-Mitarbeitenden und Sewo-Bewohner. Das sind nur einige Beispiele und bestimmt gibt es noch mehr davon.

 

Tina Kesser (Spitex) im blühenden Garten des Sewo
Tina Kesser (Spitex) im blühenden Garten des Sewo
Sigrist Simon Baumann Kamm hat aus alten Advents- und Osterkerzen neue Kerzen für das tägliche Gebet gezogen.
Sigrist Simon Baumann Kamm hat aus alten Advents- und Osterkerzen neue Kerzen für das tägliche Gebet gezogen.
Sekundarschülerin Michaela unterstützt beim Homeschooling.
Sekundarschülerin Michaela unterstützt beim Homeschooling.

* Martina Gradmann ist freie Journalistin und lebt in Grüningen

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Brändli (Sonntag, 17 Mai 2020 15:45)

    Ich möchte mich an dieser Stelle bei einer Frau aus Gossau bedanken wo für mich am Anfang einkaufen ging und bei einem Engel mit Hund von grüningen wo mit mir zum Augenarzt ging und für mich einkaufen
    Das einzig gute am corona virus ist ich habe diesen Engel mit Hund besser kennen gelernt und wir gingen mit Abstand mit dem Hund spazieren das tut mir so gut nach so langer Zeit nur zuhause sein danke