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Jennifer Graf-Baur: «Ich werde Gossau vermissen»

Bild: zvg
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Jennifer Graf-Baur ist Leiterin der Präsidialabteilung und stellvertretende Gemeindeschreiberin. Die 29-jährige erwartet ihr erstes Kind und wird ihr Amt deshalb abgeben. bunts.ch sprach mit ihr über ihre Arbeit und über ihre private Zukunft.

 

bunts.ch: Wie lange arbeitest du schon für die Gemeinde Gossau?
Jennifer Graf-Baur: Für die Gemeindeverwaltung Gossau arbeite ich schon seit 2005. Zu Beginn absolvierte ich die kaufmännische Lehre auf der Gemeinde und konnte danach während meiner Berufsmatura- und Studiumszeit berufsbegleitend hier weiterarbeiten. Dazwischen zog es mich in die Privatwirtschaft. Ich arbeitete für eine Unternehmensberatung im Marketing-Bereich.

 

Dort bist du aber nicht geblieben...

Nein. Aufgrund meiner Studiumsausrichtung und wegen meines Wunsches, etwas Sinnvolles für Menschen zu tun, aber trotzdem betriebswirtschaftliche Aspekte einfliessen lassen zu können, suchte ich wieder eine spannende Anstellung im öffentlichen oder Non-Profit-Bereich. Bei der Gemeinde Gossau wurde ich fündig.

 

Wie kam es zur heutigen Aufgabe als Leiterin der Präsidialabteilung bzw. als stellvertretende Gemeindeschreiberin?

Nach Abschluss meines Studiums im 2015 stand die Pensionierung meines Vorgängers an. Nach einer Einarbeitungszeit nahm ich die neue Herausforderung per 1. Juni 2016 an. Die Aufgabe ist auch heute noch sehr spannend. Es fällt mir nicht leicht, die Stelle zu verlassen.

 

«Es fällt mir nicht leicht, diese spannende Stelle zu verlassen.»

Jennifer Graf-Baur, stv. Gemeindeschreiberin und Leiterin Präsidialabteilung

 

Was sind deine Aufgaben als Leiterin Präsidialabteilung?

Zur Präsidialabteilung gehören die fünf Fachbereiche Personalwesen, IT, Öffentlichkeitsarbeit, Präsidiales und Sekretariat, welche ich direkt führe. Als Leiterin des Personalwesens bin ich für die Führung der Abteilungen und des gesamten Personalbereichs zuständig. Die IT ist für sämtliche IT-Anliegen aller Abteilungen und Aussenanlagen zuständig. Zusammen mit einem externen IT-Partner ermöglichen wir gute Rahmenbedingungen für ein zukunftsorientiertes digitales Arbeiten. Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit kümmern wir uns um alle Anliegen des Gemeinderates und der Gemeindeverwaltungen in Bezug auf Anlässe, Kommunikation, visueller Auftritt, Kultur und Standortförderung. Der Bereich Präsidiales bearbeitet die administrativen Anliegen des Gemeinderates und begleitet die demokratischen Prozesse wie Abstimmungen und Wahlen, Gemeindeversammlung und den Erlass von kommunalen Verordnungen und Reglementen. Das Sekretariat arbeitet für die Präsidialabteilung und stellt auch Ressourcen für das Backoffice des Gemeindepräsidenten und der Verwaltungsleitung zur Verfügung.

 

Was sind deine Haupftaufgaben als stv. Gemeindeschreiberin?

Die Verwaltungsleitung besteht aus Thomas-Peter Binder, dem Gemeindeschreiber, und mir als stellvertretende Gemeindeschreiberin. Die Verwaltungsleitung führt die Gemeindeverwaltung und somit die fachlichen Verwaltungsabteilungen. Sie erlässt interne Erlasse und regelt die Rahmenbedingungen für diese Abteilungen. Die Verwaltungsleitung ist eine wichtige Nahtstelle zwischen den Behörden und der Gemeindeverwaltung. Sie ist für die Beratung der Behördenmitglieder, die Organisation der Verwaltung, die Begleitung von ressortübergreifenden Grossprojekten und für die Leitung interner abteilungsübergreifender Projekte zuständig.

Das scheint sehr vielschichtig, aber auch arbeitsintensiv zu sein. Welche besonderen Fähigkeiten braucht es für diesen Job?
Die Aufgabe ist in der Tat sehr abwechslungsreich und beinhaltet viele Führungsaufgaben. Da braucht es viel Führungsgeschick. Auch ein breites fachliches Know-How im Verwaltungsmanagement und ein vertieftes Wissen in verwaltungsrechtlichen Abläufen sind sehr wichtig. Daneben braucht es den Blick fürs Ganze. Der Fokus liegt immer darin, im Sinne der Einwohnerinnen und Einwohner zu handeln und für sie eine effiziente und effektive Gemeindeverwaltung sicherzustellen. Man muss die teilweise herausfordernde Arbeit mit ihren demokratischen Prozessen schätzen. Es braucht viel Flexibilität, Motivation und Einsatzbereitschaft – auch abends oder am Wochenende.


Was gefällt dir an dieser Aufgabe besonders?
Die Abwechslung und das Arbeiten mit den verschiedenen Anspruchsgruppen. Seien das die Einwohner, die Behördenmitglieder oder die Mitarbeitenden.

 

Erinnerst du dich an besonders schöne oder herausfordernde Momente?

Durch die Schaffung einer Einheitsgemeinde haben wir eine grosse Reorganisation hinter uns. Kein Stein blieb auf dem anderen. Es gab viele anstrengende Momente. Aus den bisher sechs Verwaltungsabteilungen mit 80 Mitarbeitenden wurden mit einen Schlag sieben Abteilungen mit 120 Mitarbeitenden. Es mussten viele Prozesse angepasst werden. Das war eine sehr intensive Zeit, die wir aber immer auch mit viel Humor bewältigten. Dabei beeindruckte mich vor allem der Zusammenhalt innerhalb des Gemeinderates. Gerne werde ich mich an die spannenden und konstruktiven Diskussionen im Gemeinderat erinnern, der stets darum bemüht ist, gute Lösungen zu finden und viel Wert auf Effizienz und Kollegialität legt.

 

Häufig sind Männer in der Position von Gemeindeschreiber und Stellvertretung. Gab es auch mal schwierige Momente für dich als Frau?
Ja, die gab es (lacht). Insbesondere, als ich mit 25 Jahren diese Funktion antrat. Von Seiten des Gemeinderates und von Thomas-Peter Binder als Gemeindeschreiber wurde ich aber stets gestützt und gefördert, was für mich sehr wichtig und hilfreich war.

 

«Ich freue mich darauf, Mutter zu sein.»

Jennifer Graf-Baur


Du erwartest dein erstes Kind. Bist du aufgeregt?
Ja, ein wenig schon. Es stehen viele Veränderungen für mich an - beruflich wie privat. Die Ungewissheit, wie es wohl kommen mag, macht mich manchmal nervös. Einerseits freue ich mich sehr darüber, dass ich bald Mutter werde. Andererseits arbeite ich aber auch sehr gerne. Ich werde die Arbeit und die Menschen sehr vermissen.

Wirst du nach der Geburt zur Gemeinde zurückkehren?

Ich würde nach dem Mutterschaftsurlaub gerne wieder auf einer Gemeindeverwaltung arbeiten und mich im Teilzeitpensum für die Bedürfnisse der Einwohner einsetzen. Allenfalls werde ich eine Projekstelle übernehmen. Das entscheiden wir aber erst nach der Geburt.

 

Schlussfrage: Was gefällt dir an der Gemeinde Gossau besonders?
Die lebensfrohen, aktiven und freundlichen Menschen. Es ist immer wieder schön, an Dorf-Feierlichkeiten teilzunehmen oder die schöne Landschaft von Gossau zu geniessen. Gossau ist hinter den urbanen Städten und Gemeinden entlang der S5-Linie ein echter Geheimtipp – als Wohn- und als Arbeitsort.

 

Über Jennifer Graf-Baur

Jennifer Graf-Baur ist 1990 geboren und wohnt in Wetzikon. Nach ihrer kaufmännischen Ausbildung absolvierte sie an einer Fachhochschule den Bachelor in Betriebsökonomie mit Vertiefung "Economics and Politics". In ihrer Freizeit spielt sie Gitarre, treibt Sport und verbringt gerne eine gute Zeit mit Freunden.

Interview: Barbara Tudor

bunts.ch bedankt sich für das offene Gespräch und wünscht Jennifer Graf-Bauer von Herzen alles Gute für die Zukunft!


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