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Gemeinde nimmt Kampf gegen fremde Pflanzen auf

 

Die Gemeinde Gossau startet ein Projekt zur Bekämpfung von Problempflanzen. Damit soll die einheimische Flora entlastet werden. Der Start ist im Sommer 2018.

 

von Barbara Tudor

 

Der Gossauer Gemeinderat hat den Start des Projekts „Problemartenbekämpfung“ verabschiedet und startet mit Hilfe von Zivildienstleistenden mit  der Verdrängung der gebietsfremden Problempflanzen, welche zum Teil die Gesundheit von Mensch und Tier gefährden können. Die konsequente und kontinuierliche Bekämpfung soll während den Sommermonaten der nächsten Jahre forciert werden und die heimische Flora vor den artenfremden Pflanzen entlasten.

 

Bekämpfung der Neophyten

Wie der Gemeinderat in seiner Mitteilung vom 9. Februar 2018 schreibt, werden Zivildienstleistende in den nächsten fünf Jahren vor allem im Sommerhalbjahr auf dem ganzen Gemeindegebiet die wuchernden, gebietsfremden Pflanzen bekämpfen. Diese sogenannten Neophyten sind oft als Zierpflanzen importiert worden und breiten sich auf Kosten einheimischer Arten aus. Auf der schwarzen Liste befinden sich derzeit 40 verschiedene Arten, einige davon sind giftig oder hochallergen. Der Gemeinderat verfolgt mit dem lancierten Projekt eine neue Strategie zur konsequenten Bekämpfung der gebietsfremden Pflanzen. Für die Projektumsetzung wird der Verein „Konkret“ aus Nänikon beigezogen, welcher sich für die Aufwertung und den Unterhalt von Naturschutzgebieten und andere ökologisch wertvolle Flächen einsetzt. Zudem erfolge die Zusammenarbeit und Koordination mit den angrenzenden Gemeinden, damit eine flächendeckende und effizientere Bekämpfung erreicht werden könne.

 

Einer der Übeltäter: das "Einjährige Berufkraut"

Das in Nordamerika beheimatete "Einjährige Berufkraut" wurde als Gartenpflanze nach Mitteleuropa eingeführt. Die Samen dieser Gewächse können mit dem Wind kilometerweit getragen werden. Die keimfähigen Samen bilden sich auch ohne Befruchtung, daher kann sich aus einer einzigen Pflanze ein ganzer Bestand bilden. Das Kraut ist nicht giftig wie andere Neophyten, aber es wird vom Vieh gemieden. So kann es sich auf Weiden massiv vermehren und diese stark verunkrauten. Es verdrängt somit die einheimische, zum Teil schon selten gewordene Flora. Die Bestände an dem einjährigen Berufkraut sind in der Gemeinde Gossau stellenweise sehr gross und müssen dringend bekämpft werden.

 

Sieht harmlos aus, ist es aber nicht: das Einjährige Berufkraut. Bild: neophyt.ch
Sieht harmlos aus, ist es aber nicht: das Einjährige Berufkraut. Bild: neophyt.ch
Kann schwere Hautentzündungen verursachen: der Riesen-Bärenklau. Bild: neopyht.ch
Kann schwere Hautentzündungen verursachen: der Riesen-Bärenklau. Bild: neopyht.ch

 

Das können die Gossauerinnen und Gossauer tun

Die Bekämpfung von Problempflanzen sei nur erfolgreich, wenn sie konsequent und kontinuierlich über mehrere Jahre stattfinde, so der Gemeinderat. Jede Privatperson könne dazu beitragen, dass keine neuen invasiven Arten eingebracht werden und sich die schon vorhandenen nicht weiter ausbreiten. Durch das Bevorzugen von einheimischen Pflanzen im eigenen Garten und durch eine sachgemässe Entsorgung von Gartenabfällen und Schnittgut sowie eine Sensibilisierung im Umgang mit gebietsfremden Pflanzen könne eine Eindämmung von Neophyten gelingen. So sollten beispielsweise Neophyten nicht nur gemäht, sondern bestmöglich vor dem Keimen ausgerissen und in der Kehrichtverbrennungsanlage verbrannt werden. Eine völlige Entfernung aus den natürlichen Lebensräumen sei aufgrund der komplexen Verbreitungsmöglichkeiten von Neophyten fast unmöglich. Trotzdem verspricht sich der Gemeinderat mit der nachhaltigen, effektiven und kontrollierten Bekämpfung während der nächsten Jahre eine deutliche Verbesserung der Situation und somit eine Erholung der einheimischen Flora. Für weitere Auskünfte kann das Abfalltelefon der Gemeindeverwaltung unter der Nummer 044 936 55 77 kontaktiert werden.

 

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Bilder: neophyt.ch