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Grüningen: Kreative und optimistische Gastronomen

Die Grüninger Gastronomen meistern die Coronakrise bisher gut. Bild: AdobeStock
Die Grüninger Gastronomen meistern die Coronakrise bisher gut. Bild: AdobeStock

 

Restaurants stünden kurz vor dem Kollaps, verkündete der Branchenverband kürzlich. Die Corona-Massnahmen des Bundes sind auch für die Gastrobranche einschneidend. bunts.ch wollte wissen, wie die Lage bei den Grüninger Restaurants aussieht. Wir sind begeistert, wie positiv und kreativ sich die Grüninger Gastronomen geben.

 

Martina Gradmann*

«Natürlich sind viele Geschäfts- und Weihnachtsessen abgesagt, aber uns geht es gut, wir können arbeiten», sagt Nicole Seinet vom Landgasthof Adler in Grüningen. Die ganze Situation rund um Covid-19 sei für alle Restaurants nicht einfach, doch es bringe doch nichts, ständig rumzujammern, jetzt müssten halt alle flexibel sein. Das Bedürfnis der Gäste auswärts essen zu gehen und sich zu treffen sei gross, so Seinet, und zum Glück könne der "Adler" auf seine treuen Stammgäste zählen. Nach einer sehr guten Sommersaison bietet der Adler jetzt auch im Winter Outdoor-Plätze an, wo man bei schönem Wetter gemütlich auf Fellen sitzen kann.

 

Gutscheine mit Geschenk

«Noch ist das Restaurant Hirschen sehr gut besucht, sowohl am Mittag als auch am Abend», sagt Karin Erni. Auch sie spürt, dass die Menschen auswärts essen und sich treffen wollen. Wichtig sei dabei, dass man sich als Gastgeber an die Covid-19-Massnahmen mit Masken und Abständen halte. Das gebe den Gästen Sicherheit und Vertrauen. Falls sich die Situation verschärfe, stelle man wieder auf Take-away um, was schon beim ersten Lockdown gut funktioniert habe. Für abgesagte Weihnachtsessen bietet der "Hirschen" Gutscheine mit einem grossen Zimtstern als Geschenk an.

 

«Wichtig ist, dass man positiv kommuniziert.»

Christian Mutschler, Restaurant Bären

 

Saubere Arbeit, positive Kommunikation

«Bei uns essen Sie mit genügend Abstand», postete das Restaurant Bären neulich auf seiner Facebook-Seite. Doch Gastgeber Christian Mutschler kann sich eigentlich nicht über zu wenig Gäste beklagen. «Seit den zahlreichen Medienberichten über uns, müssen wir Einzelnen sogar absagen.». Die üblichen Weihnachts- und Geschäftsessen fehlen allerdings auch im "Bären". Mutschler ist aber überzeugt, dass diese im kommenden Jahr nachgeholt werden. Auch sie bieten Menüs als Take-away an und geben Gutscheine ab. Wichtig sei jetzt umso mehr, dass man sauber arbeite und positiv kommuniziere, so Mutschler.

 

Verunsicherung spürbar

«Im Moment könnte man alles gratis geben und die Leute würden trotzdem nicht kommen“, sagt Ueli Braun vom Restaurant Freihof. Noch kämen Gäste, doch man spüre die Verunsicherung. «Kurzarbeit ist für mich kein Thema und Take-away ist auch nicht so einfach», meint Braun. Noch reiche es zum Überleben, doch dafür müssten jetzt die Selbstkosten heruntergefahren werden. Der Freihof sei ein etablierter Betrieb, doch er kenne Restaurateure, die auf dem letzten Zacken laufen würden, sagt Braun.

 

«Wir haben vorsichtig kalkuliert. Es wird uns auch im nächsten Jahr noch geben.»

Mirjam Egli, Restaurant Sonnenhof

 

Keine Events durchführbar

Gar nie richtig starten konnten die neuen Wirte im Restaurant Sonnenhof in der Bächelsrüti, die sich auf Events spezialisiert haben. Schon kurz nach der Eröffnung kam der Lockdown. «Im Sommer, wo man draussen sitzen konnte, lief es eigentlich sehr gut», sagt Mirjam Egli. Doch jetzt, wo die Leute wieder drinnen sein müssen, spüre man mehr Verunsicherung. «Wir haben uns eigentlich auf den Winter gefreut und doch haben wir es kommen sehen». Weil im Moment keine Events durchführbar sind, haben die Sonnenhof-Gastgeber beschlossen, den Betrieb vorläufig zu schliessen. Im Dezember will man entscheiden, wie es weitergehen soll. «Wir haben vorsichtig kalkuliert. Es wird uns auch im nächsten Jahr noch geben», sagt Egli optimistisch.

 

Freundlichkeit und Bedürfnisse erkennen

Zufriedenstellend läuft es im Restaurant Bahnhof bei Da Fabio, wie Kellner Silvano erklärt. Auch im italienischen Restaurant laufe zwar weniger als vor Corona, doch eigentlich sei es ganz ok so. «Wir haben schon immer auch Take-away angeboten. Das hat jetzt zugenommen», weiss Silvano. Das Wichtigste für ihn sei Freundlichkeit und das Eingehen auf die Bedürfnisse der Gäste, dann komme es gut.

*Martina Gradmann ist freie Journalistin und Texterin. Sie lebt mit ihrer Familie in Grüningen.


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