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Lama Farm: Der Ort für Ruhesuchende und Entdecker

Hier geht's lang zur Lama Farm Yacana in Gossau. Bild: Tudor Dialog
Hier geht's lang zur Lama Farm Yacana in Gossau. Bild: Tudor Dialog


Auf dem Hügel zwischen Gossau und Grüt befindet sich die Lama Farm "Yacana". Dort oben wird den Besuchern nicht nur ein fantastischer Blick geboten, sondern auch spannende Freizeitangebote.

 

von Barbara Tudor

Will man zur Lama Farm von Karin Juling Hauser gelangen, muss man ein kleines Stück zu Fuss auf sich nehmen. Oben angekommen, trifft man als erstes auf die Stallungen der drei Lamas namens Kimi, Paco und Ueli. Sie schauen mich mit ihren grossen Augen an und kauen friedlich. Sie scheinen Besuche gewohnt zu sein. Ich gehe weiter. Vorbei an Gehegen mit Hasen und einem Garten, wo bereits die ersten Blumen blühen. Obwohl die Farm nahe an der Grütstrasse liegt, hört man da oben fast nichts mehr vom Verkehr. Ich nehme stattdessen das Vogelgezwitscher wahr, das aus dem Waldstück. Die Eicheln der Bäume sind eine der Lieblingsspeisen der Lamas, wie ich später erfahre. Auch in einem der Gehege treffe ich auf Vögel: Sittiche. Sie knabbern gerade an etwas Obst.

Zu Besuch bei der Frau, die nie sitzt
Oben angekommen, steht das grosse Tor offen. Hündin Dana kommt um die Ecke und begrüsst mich freudig. Sie gibt sich mit ein paar Streicheleinheiten zufrieden und kehrt zurück in die Jurte. Dort treffe ich auf die Besitzerin der Farm, Karin Juling Hauser. Sie unterhält sich gerade mit einem Gast. Die ältere Dame interessiert sich für einen Kräuterkunde-Kurs, den Karin von März bis Oktober anbietet. Und es ist bei weitem nicht das Einzige, was sie macht. Wir beginnen zu plaudern. Ich setze mich an den Festbank, sie steht. «Mein Rücken schmerzt, da ist sitzen schlecht», sagt sie. Ich denke so für mich, dass sie wohl generell nicht viel herumsitzt. Als könnte sie Gedanken lesen, sagt sie: «Ich kann eh nie lange stillsitzen, muss immer was tun». Die Frau mit wachem Blick und dem grau melierten Haar ist mir auf Anhieb sympathisch.

Sehr beliebt bei Kindern: Lamaspaziergänge. Bild: zvg
Sehr beliebt bei Kindern: Lamaspaziergänge. Bild: zvg

Alles begann mit einem Kanarienvogel
Sie erzählt mir von den Anfängen der Farm und wie sie zu den Lamas gekommen ist. Eigentlich wollte sie bei einem Tierarzt im Sankt Gallischen einen Kanarienvogel holen. Zurückgekommen ist sie dann nebst dem Vogel auch mit einem Lama. Ihr Mann, der leider im 2006 verstorben ist, staunte nicht schlecht, als aus dem Transporter ein kleines geflecktes Lama stieg. Er lachte Tränen. Dann sagte er zu ihr: «Du weisst aber schon, dass Lamas Herdentiere sind». Sie kauften weitere Lamas und fingen an, sie zu züchten.

 

Lama-Spaziergänge sind der Hit
Das Züchten hat Karin längst aufgegeben. Mittlerweile leben nur noch drei Lamas auf der Farm, mit denen sie Lama-Spaziergänge anbietet. «Die Begegnung mit den Tieren berührt viele Menschen direkt im Herzen», sagt Karin. Sie führt Spaziergänge für Familien, Schulklassen und auch für Heimbewohner durch. Der Umgang mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen ist sie als gelernte Pflegefachfrau gewohnt.

Die Jurte bietet Platz für 40 Personen. Bild: Tudor Dialog
Die Jurte bietet Platz für 40 Personen. Bild: Tudor Dialog

Jurte mieten für Anlässe
Die mongolische Jurte, die Karin auf der Farm aufgestellt hat, benutzt sie für den Verkauf von Selbstgemachtem oder für Ausstellungen. Die Waldspielgruppe "Fröschli" benützt die Jurte regelmässig. Die Unterkunft kann man mieten, zum Beispiel für Kindergeburtstage, Schulprojektwochen oder Feste. «Gerade das Unkomplizierte schätzen viele», weiss Karin.

Es wird Zeit für mich, aufzubrechen. Ich bin genährt von dieser spannenden Begegnung. Beim Verabschieden drückt mir Karin noch frisch gepflückten Peterli in die Hand. «Der Ort für Ruhesuchende und Entdecker» steht auf der Homepage der Lama Farm. Wie wahr!

www.yacana.ch