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Litteringprobleme auch in der Coronakrise

Regelmässig ein Ort der Verwüstung: Müliweiher in Ottikon. Bild: zvg
Regelmässig ein Ort der Verwüstung: Müliweiher in Ottikon. Bild: zvg

 

An verschiedenen Orten in der Schweiz kämpft man derzeit vermehrt gegen Littering. Auch in Gossau ZH ist das Thema allgegenwärtig.

 

von Barbara Tudor

 

Die Coronakrise scheint eine weitere Schattenseite hervorzubringen: Littering. In den letzten Wochen während des Lockdowns war der Gang in die Natur für viele Menschen die einzige Möglichkeit, um etwas Abwechslung zu finden und aufzutanken. Lauschige Plätzchen und Ausflugsziele nah und fern waren verständlicherweise sehr begehrt und wurden rege genutzt. Leider vergassen die Leute dabei aber nicht nur für einen Moment ihre Sorgen, sondern auch ihren Abfall.

 

«Ich verstehe nicht, wie man so mit der Natur umgehen kann.»

Anwohnerin von Ottikon

 

Müliweiher in Ottikon regelmässig Ort der Verwüstung

Von "Littering Hotspots" wie dem Schulhaus Berg oder dem Waldspielplatz unweit der Badi Gossau mal abgesehen, trifft man derzeit offenbar auch andernorts in der Gemeinde auf verwüstete Plätze. So beispielsweise beim Müliweiher in Ottikon. Eine Anwohnerin, die dort regelmässig mit ihrem Hund spazieren geht, berichtet bunts.ch: «Jeden Sonntagmorgen liegt beim Müliweiher weit verstreut Abfall herum. Flaschen, Aludosen, Verpackungen.». Sie ist über dieses Verhalten einfach nur traurig: «Ich frage mich, warum man den Abfall nicht wieder mitnehmen kann. Wo bleibt der Respekt gegenüber der Natur und gegenüber den Mitmenschen.». Der Abfalleimer dort werde zwar benützt, doch dieser sei regelmässig überfüllt, sodass die Besucher anfangen, den Abfall darum herum zu legen statt mitzunehmen. Vermutlich würden Tiere nachts den Abfall nach etwas Essbarem durchwühlen und forttragen. Auf Anfrage bei der Gemeinde Gossau ZH habe man der Dame versprochen, häufiger Reinigungspersonal hinzuschicken und auch die Polizei wolle dort vermehrt Kontrollen machen. Man kann sich fragen, ob das die Lösung ist. Doch wäre die Lösung so einfach, hätte man sie längst umgesetzt. Es bleibt wohl vielmehr eines von vielen menschlichen Phänomenen, welche die meisten nicht nachvollziehen können und bei denen es schwierig ist, ihnen beizukommen.

Regelmässig ein Ort der Verwüstung: Rastplatz beim Müliweiher in Ottikon. Bild: zvg
Regelmässig ein Ort der Verwüstung: Rastplatz beim Müliweiher in Ottikon. Bild: zvg
Bild von einem Ausflugsort im Appenzellerland. Quelle: Facebookseite Appenzellerland Tourismus
Bild von einem Ausflugsort im Appenzellerland. Quelle: Facebookseite Appenzellerland Tourismus

Kein Jugend-Problem

Dieses unschöne Littering-Verhalten nun aber den Jungen in die Schuhe zu schieben, wäre zu einfach und falsch. Dass es vielmehr ein All-Generationen-Problem ist und auch die vermeintlich klügeren Erwachsenen es nicht besser machen, zeigen die Fotos, die aktuell in den Medien kursieren. Das Schweizer Fernsehen hatte vor wenigen Tagen einen Beitrag dazu veröffentlicht und auch Tourismusorte melden sich mittlerweile zu Wort, weil sie sich über das Verhalten der Ausflügler ärgern. Sie bitten die Besucher inständig, ihren Abfall zu Hause zu entsorgen. Was so einfach scheint, ist es offenbar für viele nicht. Ob aus Bequemlichkeit, aus mangelnder Wertschätzung gegenüber der Natur oder aus purer Ignoranz. Es bleibt einem wohl auch bei diesem Phänomen nur, es selber besser zu machen und anderen unermüdlich ein Vorbild zu sein.