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Mit redeweise.ch die eigene Familiensprache finden

Barbara Forster-Zanettin von redeweise.ch Bild: zvg
Barbara Forster-Zanettin von redeweise.ch Bild: zvg

 

Barbara Forster-Zanettin aus Wetzikon ist Mutter, Primarlehrerin und Expertin für beziehungsfördernde Kommunikation. Am 14. März 2020 startet im FiZGo in Gossau wieder ihr Familien- und Kommunikationstraining. bunts.ch traf sie zum Gespräch.

 

Publireport

 

bunts.ch: Barbara, du bietest mit redeweise.ch Workshops, Kurse und Seminare zum Thema beziehungsfördernde Kommunikation an: Worum geht es dabei?
Barbara Forster-Zanettin*: Die beziehungsfördernde Kommunikation ist eine neue Sprache, die – wie jede andere Sprache – erlernt werden kann. Es geht im Wesentlichen darum, dass Eltern durch diese Art der Kommunikation die Beziehung zu ihren Kindern oder auch als Paar verbessern und vertiefen können.

Warum gibt es Probleme in der Familien-Kommunikation?
Wir alle sind von unserer eigenen Erziehung geprägt und übernehmen oft unbewusst gewisse Verhaltensmuster. Wer zum Beispiel in seiner Kindheit autoritär erzogen wurde, wendet diese Form der Erziehung in der Regel bei seinen eigenen Kindern auch an. Das mag am Anfang noch funktionieren. Doch spätestens, wenn die Autonomiephase des Kindes beginnt und es anfängt, Grenzen auszuloten, sind Reibungspunkte vorprogrammiert. Auch wenn verschiedene Erziehungsansichten der Eltern oder aus dem Umfeld aufeinandertreffen, können Probleme entstehen.

Welches Verhalten ist deiner Meinung nach nicht beziehungsfördernd?
Ein Klassiker ist, Kindern mit Sanktionen zu drohen, wenn sie etwas tun oder eben nicht tun. Durch diese Sanktionen werden sie vielleicht gehorchen, doch das Gefühl, das wir ihnen vermitteln, ist ungesund. Wir wollen unsere Kinder ja zu eigenständig denkenden Menschen erziehen und nicht zu Mitläufern, die ungefragt allen folgen und sich unterdrücken lassen. In meinen Kursen zeige ich den Eltern auf, wie sie ihre Standpunkte gegenüber ihren Kindern klar machen können, ohne destruktiven Druck auszuüben.

Das ist aber nicht immer so einfach.
Sicher nicht. Erziehung ist kein Kinderspiel. Es ist auch menschlich, wenn Eltern mal übers Ziel hinausschiessen oder aus der Emotion heraus überreagieren. Wichtig ist dabei nur, dass wir daraus lernen und überlegen, wie wir es beim nächsten Mal besser machen können. In der beziehungsfördernden Kommunikation geht es darum, einen Weg zu finden, der für alle stimmt. Die Kinder können sich aktiv einbringen und werden gehört. Damit vermitteln wir unseren Kindern bestimmte Werte – oder eben eine Sprache – die sie sich aneignen und später in ihr eigenes Erwachsenenleben weitertragen.

 

«Wir sollten wieder mehr zuhören.»
Barbara Forster-Zanettin, Familien- und Kommunikationsberaterin

 

Zum Beispiel?
Das Wichtigste ist das wertfreie Wahrnehmen und das Zuhören. Allzu schnell verfallen wir bei Konflikten in vorgefertigte Meinungen und alte Muster. In unserem hektischen Alltag geht das richtige Zuhören zudem oft vergessen. Auch sollten wir die guten Momente, in denen gerade alles rund läuft, bewusster geniessen und unseren Kindern entsprechend Anerkennung entgegenbringen.

Wir sollten unsere Kinder also häufiger loben?
Ich bin keine Freundin des Lobs. Viel zu oft sind damit versteckte Forderungen verknüpft oder führen beim Kind zu Widerstand oder zu innerem Druck. Viel wirkungsvoller finde ich, wenn wir dem Kind sagen, was uns besonders gefällt und warum. Anstatt «Das ist eine schöne Zeichnung» sage ich zum Beispiel «Mir gefällt deine Zeichnung». Oder anstatt «Du bist sehr hilfsbereit» sage ich «Ich bin froh um deine Hilfe».

«Schon mit wenig Veränderung in der Sprache kann man viel bewirken.»
Barbara Forster-Zanettin, redeweise.ch

Das sind sehr feine Nuancen in der Kommunikation…
Absolut! Und trotzdem ist der Unterschied bzw. die Wirkung enorm. In meinen Kursen vermittle ich zwar ein Raster für die beziehungsfördernde Kommunikation, aber ich liefere keine pfannenfertigen Lösungen. Jede Familie kann und soll ihre eigene Sprache finden. Zudem achte ich auf einen hohen Praxisbezug mit vielen Beispielen aus dem Familienalltag. Und natürlich darf auch der Humor nicht fehlen.
 
Für wen eignet sich dein Angebot?
Meine Kurse richten sich vor allem an Eltern von Kleinkindern bis Teenagern, die etwas Neues ausprobieren möchten, neugierig sind oder aus alten Mustern ausbrechen möchten. Auch Grosseltern, Erziehungsbeauftrage und Lehrpersonen besuchen meine Kurse. Für Schulen biete ich spezielle Workshops an, zum Beispiel zum Thema Elterngespräche.

* Barbara Forster-Zanettin ist Primarlehrerin und hat sich nach der Geburt ihres ersten Kindes zur Familien- und Kommunikationsberaterin ausgebildet, u.a. nach Thomas Gordon. Sie bietet Workshops, Seminare und Online-Kurse rund ums Thema beziehungsfördernde Kommunikation im (Familien-)Alltag an. Barbara Forster-Zanettin ist in Flums aufgewachsen und lebt heute mit ihrer Familie in Wetzikon.


redeweise.ch
Barbara Forster-Zanettin
Leisihaldenstrasse 32
CH-8623 Wetzikon
Telefon 043 488 00 45
info@redeweise.ch, www.redeweise.ch

Die nächsten Kurse:

Familien- und Kommunikationstraining

ab 14. März 2020 (5 Samstage)

Familie im Zentrum (FiZGo), Gossau ZH
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ab 5. März 2020 (10 Donnerstagabende)

beim Familienverein, Pfäffikon ZH
> Infos & Anmeldung

Beziehungsfördernde Kommunikation – das Tagesseminar
Samstag, 28. März 2020, Zürich
> Infos & Anmeldung

Online-Kurs: Beziehungsfördernde Kommunikation
6-wöchiger Onlinekurs
ab 19. Oktober 2020
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