· 

Gossauer Hofläden: Vielseitiges Einkaufen im Dorf

 

In der Gemeinde Gossau gibt es sage und schreibe zwölf Hofläden. Jeder ist auf seine Weise einzigartig und bietet ein abwechslungsreiches Angebot. Perfekt für alle, die das lokale Einkaufen schätzen.

 

von Barbara Tudor

 

Erdbeeren im Februar? Immer mehr Menschen hinterfragen die Angebote der Grossisten und setzen bei ihren Einkäufen vermehrt auf lokale Anbieter wie Hofläden. Wer den lokalen Einkauf im Dorf schätzt, kommt in Gossau voll auf seine Kosten: Zwölf Hofläden zählt die Gemeinde gemäss Recherche aktuell – grössere und kleinere. Und jeder überzeugt mit seinem individuellen Angebot.

 

Lebensmittel, Pflegeprodukte, Geschenke und mehr

Während man Eier, Milch, saisonales Gemüse und Früchte in beinahe allen Gossauer Hofläden findet, so hat jeder seine eigenen Spezialitäten:

Cordula Messerli in Gossau etwa bietet ein grosses Sortiment an hausgemachten Teigwaren, Konfitüren, Sirupen, Pflegeprodukte wie Crèmes und Seifen sowie Geschenkartikel. Auch hofeigenes Natura-Beef kann bei ihr bestellt werden. Ihr Motto: «Ich liebe die Natur und verarbeite gerne diese natürlichen Köstlichkeiten.».

Der Laupenhof der Familie Pfeiffer in Herschmettlen ist bis über die Gemeindegrenze hinaus für seine feinen Butterzöpfe und einzigartigen Motivtorten bekannt und bietet neben eigenem Alpkäse auch lactosefreies Joghurt. Maja Pfeiffer liebt, was sie tut: «Mir gefällt es, kreativ zu sein und die Wünsche der Kunden zu erfüllen.»

Erika und Roman Diethelm vom Waldhof in Bertschikon bieten verschiedene Schafprodukte wie z.B. Lammfleisch, Lamm-Trockenfleisch und Schafmilchjoghurt. Auch Pflegeprodukte aus Schafmilch und Schafwollprodukte gibt es zu kaufen. Ihnen gefällt vor allem der persönliche Kundenkontakt: «Wir schätzen es, den Kunden die Herkunft der Produkte zeigen zu können.»

Astrid und Edy Müller von Unter-Ottikon verkaufen in ihrem Bio-Hofladen neben Gemüse und Früchten auch Milchprodukte von Kuh und Schaf sowie Tees und Kräuter. Astrid Müller zu bunts.ch: «Wir schätzen den direkten Kontakt zum Verbraucher.».

Der Berghof-Laden der Familie Joss in Gossau verkauft Rindfleisch, Suppenhühner und weitere Produkte aus Hühnerfleisch. Erika Joss erzählt: «Der schönste Lohn für unsere Arbeit ist, wenn die Kunden sagen, dass unsere Produkte besonders gut seien.»

Bei der Familie Kehrli in Gossau sind u.a. ihre feine silofreie Milch und ihr Most sehr beliebt. Die sechsfache Grossmutter Erika Kehrli sagt am Telefon: «Unsere Eier gehen weg wie warme Weggli». Das Waldhof-Lädeli der Familie Rüeggsegger-Zollinger, die auf dem Waldhof zwischen Gossau und Grüt zu Hause ist, bietet neben Saisongemüse auch Freilandeier, Hochstammobst, Bienenhonig, selbstgemachte Eier-Teigwaren, Eingemachtes sowie Ziegenfrischmilch und andere Ziegenprodukte an.

Beim Hof Müselacher in Bertschikon gibt's neben Gemüse und Früchten auch verschiedenes Fleisch, Alpkäse und Brote. Der Rebhalden-Hof in Gossau bietet selbstgemachte Spezialitäten, stellt Motivtorten her und öffnet ihre Türen für Feste und Feiern. Auf der Lama Farm Yacana von Karin Juling-Hauser in Gossau kann man nicht nur die vier liebenswerten Lamas und andere Tiere bestaunen, sondern auch noch Selbstgemachtes, Schmuck und Produkte aus Lama-Wolle kaufen. Und beim Hoflädeli Allegra in Ottikon gibt's neben leckeren Produkten vom Hof immer auch einen gemütlichen Schwatz bei einer Tasse Kaffee – im Sommer draussen unter dem grossen Baum mit wunderbarem Blick rüber zu Grüningen und in die Alpen.

 

1 Liter Milch für 1 Franken

Wer denkt, dass Einkaufen auf dem Hof teuer sei, der irrt. Vergleicht man die Preise mit den umliegenden Geschäften – und berücksichtigt man die eingesparten Fahrkilometer bis zum nächsten Supermarkt mit allfälligen Parkgebühren – so stellt man schnell fest: Auf dem Hof einkaufen lohnt sich auch finanziell. Einen Liter silofreie Frischmilch gibt es beispielsweise bereits für einen Franken. 12 Freilandeier für 5 Franken oder eine Erdbeer-Konfitüre, 200g, für Fr. 3.80. Neben fairen Preisen begeistert aber vor allem die besondere Qualität an Frische und Geschmack. Auch die Öffnungszeiten der Hofläden in Gossau sind äusserst attraktiv: An den meisten Orten kann man in Selbstbedienung einkaufen, teilweise bis 20 Uhr oder sogar rund um die Uhr – auch an den Wochenenden. Bei einem der Anbieter kann man mit TWINT bezahlen und auch das Internet hat Einzug gehalten: Die Produkte können teilweise online bestellt und danach vor Ort abgeholt werden. Ein Hofladen bietet einen Lieferservice an.

 

Entschleunigtes und nachhaltiges Einkaufen

Ein Besuch bei den Gossauer Hofläden lohnt sich nicht nur, weil man stressfrei einkaufen kann. Der Weg vorbei an den Hoftieren, der kurze Austausch mit der Bäuerin oder das Entdecken der mit Liebe hergestellten Produkte machen einfach Freude. Und es gibt einem das gute Gefühl, die wertvolle Arbeit der Landwirte zu unterstützen.


Winterrezept: Kabis-Wähe

Zutaten:
(reicht für ein rundes Blech mit 30 cm Durchmesser)

Für die Füllung:

1 Kabis-Kopf à ungefähr 800g

2,5 dl Rahm
2 Eier
Gewürze: Muskat, Paprika, Pfeffer, Salz, Kümmel

Für den Teig:
170g Mehl (nach Gusto, geht auch Vollkorn und Buchweizen und Co.)
70g  Butter, plus etwas Butter zum Anbraten

Etwas Wasser (ca. 10 EL)

Zubereitung:

Füllung:

Äusserste Kabisblätter wenn wirklich nötig entfernen, Kabis waschen und vierteln und mit dem Gemüsehobel fein hobeln oder in feine Streifen schneiden.

Einen knappen TL Kümmel in etwas Butter andünsten, dann den Kabis dazu und einige Minuten auf mittlerer Hitze mitdünsten. Würzen, mit dem Rahm ablöschen und etwas köcheln lassen, bis der Kohl schön zusammengefallen ist. Die Pfanne vom Herd nehmen und die Masse abkühlen lassen.

Teig:

Mehl abwiegen und mit einer kräftigen Prise Salz mischen. Dann 70 Gramm kalte Butter in kleinen Stückchen einstreuen und mit dem Mehl «verkrümeln». Ca. 10 EL kaltes Wasser dazugeben und den Teig zusammenfügen, nicht gross kneten, auswallen und auf ein rundes Blech geben. Rand umklappen, Boden einstechen. Tipp: Sollte der Teig zu klebrig sein, nochmal kurz kühlstellen. Das wird generell empfohlen bei Wähenteig. Ich finde allerdings, dass man ihn danach fast nicht mehr auswallen kann und verarbeite ihn lieber direkt nach der Zubereitung.

Jetzt zwei Eier verquirlen und unter die abgekühlte Kabis-Masse ziehen. Dieses Gemisch kommt nun direkt auf den Wähenboden. Wer mag, streut noch etwas Speckwürfel oder Käse drüber. Für ca. 30-40 Minuten bei 180 Grad im Ofen backen, vorzugsweise Umluft mit Unterhitze.


Rezept aufgepickt bei juckerfarm.ch


Weitere Informationen:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0