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Vreni Hartmann und ihr schöner Garten

Liebt ihren Garten: Vreni Hartmann aus Gossau. Bild: Martina Gradmann
Liebt ihren Garten: Vreni Hartmann aus Gossau. Bild: Martina Gradmann

 

Ihr Garten verzaubert Passanten und Autofahrer mit seiner
Blütenpracht. Gehegt und gepflegt wird er von Vreni Hartmann.
Die Liebe zu Blumen und Pflanzen hat die gebürtige Gossauerin
wohl von ihrem Vater geerbt, der früher in Gossau die Käserei
betrieb.

 

von Martina Gradmann

 

Ihr Garten verzaubert Passanten und Autofahrer mit seiner Blütenpracht. Gehegt und gepflegt wird er von Vreni Hartmann. Die Liebe zu Blumen und Pflanzen hat die gebürtige Gossauerin wohl von ihrem Vater geerbt, der früher in Gossau die Käserei betrieb.

 

Das ganze Leben in Gossau verbracht

Wenn sie mit ihrer grünen Schürze im Garten steht, umgeben von einer bunten Blumenpracht und meterhohen Sonnenblumen, winken
ihr meist Passanten zu oder bleiben stehen und machen ihr Komplimente. Schon Vreni Hartmanns Vater arbeitete jeweils mit der grünen Schürze im Garten. Die 74-jährige Vreni Hartmann ist mit fünf Brüdern und einer Schwester in Gossau aufgewachsen, die Eltern betrieben damals die Käserei im Dorf. «Abgesehen von einem Jahr im Welschland, war ich immer hier», sagt Vreni Hartmann. Eigentlich wäre sie gerne Lehrerin oder Kindergärtnerin geworden, doch dafür hätte sie in die Stadt zur Ausbildung müssen und das wollte sie nicht. «Ich bin ein Landei
und wollte nicht weg aus meinem Dorf». Gearbeitet hat Vreni Hartmann allerdings immer. Als Modeverkäuferin, als Sekretärin, in der Debitorenbuchhaltung der landwirtschaftlichen Genossenschaft, in der Schulpflege, im Frauenverein, bei einem Medienhaus usw. «Man konnte mich überall einsetzen», lacht sie. 1968 kaufte ihr Vater Vater das Haus an der Grütstrasse, seit 1980 wohnen sie und ihr Mann Hansruedi dort. Davor wohnte die Familie im Unterhofen, bis sie ihre Habe auf einen Traktor luden und an die Grütstrasse zügelten.

 

Seelenhygiene
Neben all den Engagements, dem Haushalt und der Erziehung der drei Kinder, arbeitet Vreni Hartmann mit Leidenschaft in ihrem Garten. Das sei ihre Seelenhygiene, sagt sie. «Wir hatten schon bei der Käserei einen grossen Garten und mussten jeweils nach der Schule jäten, bevor wir in die Badi durften». Hartmann erinnert sich gerne an diese Zeit. Eine zahme Krähe hätten sie gehabt, die sie auf dem Schulweg begleitete.

 

Gelebte Biodiversität
Vreni Hartmanns Garten kann man als gelebte Biodiversität bezeichnen. Überall blühen Blumen in den prächtigsten Farben, und in ihren Beeten wachsen im Herbst Fenchel, Kohlrabi, Randen, Herbsthimbeeren und vieles mehr. Auch Zwetschgen, Pfirsiche und Erdbeeren kann sie ernten. Rund 1'500 Setzlinge, meist selbstgezogene, kommen jeden Frühling inden Boden. Im Herbst müsse dann wieder alles abgeräumt werden. «Ich verbringe im Schnitt 1 1/2 Stunden täglich im Garten, wobei das Bewässern meiner 30 Blumenkisten am Haus da noch nicht mitgezählt ist». Das sei ihre tägliche Fitness. Wie lange sie das noch machen kann, weiss sie nicht. Denn ihr operierter Rücken macht nicht alles mit. Aber sie freut sich, dass ihr Mann bei andauernder Trockenheit gerne ihr Wasserträger ist. «Wenn es so weiter gehen kann,
ist es schön, wenn nicht, werden wir eine Lösung finden».


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