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Waldexkursion: Wissenswertes vom Lebensraum Wald am Tannenberg

Spannendes aus dem Tannenbergwald in Gossau ZH. Bild: zvg
Spannendes aus dem Tannenbergwald in Gossau ZH. Bild: zvg

 

Anfangs Oktober 2020 organisierte der Naturschutzverein Gossau ZH eine Waldexkursion in Gossau. 25 Mitgliederinnen und Mitglieder sowie Interessierte folgten der Einladung.

 

von Dietmar Etzel, Naturschutzverein Gossau ZH

 

Los ging es am 4. Oktober 2020 mit der Frage, welche Funktion der Wald als Wirtschafts- und Erholungsraum hat. Es wird bereits ab einer Fläche von 0.5 - 1 Hektare (ha) von einem Wald gesprochen bei genügend hohen Bäumen. Mit einer Grösse von ca. 20 - 25 ha ist der Wald am Tannenberg damit klar ein Wald. Die vielfältige Flora und auch Fauna bestätigen dies.

 

Bäume, Bachforellen und Stichlinge

Die Exkursion führte zuerst an einen Weiher oberhalb der Badi Gossau. Hier waren die Schwarzerle und die Silberweide als feuchteresistente Bäume zu sehen. Im Bach oberhalb sind bei Geduld Bachforellen und Stichlinge zu beobachten. Weiter ging es zu einer oberhalb gelegenen Hecke. Hier waren der Weissdorn, die Heckenrose, das Pfaffenhütchen und der Schneeball mit seinen roten Beeren zu sehen. Dort ist auch eine Lärche zu sehen, die als einziger Nadelbaum die Nadeln im Herbst abwirft. Fichte, Tanne und Föhre behalten ihre Nadeln hingegen.

 

Sumpfschachtelhalm - ein lebendes Fossil

Am Beispiel des Schlehdorns mit seinen blauen Früchten, wurde die Systematik, also die Einteilung der Pflanzen in Ordnung, Familie, Gattung und Art, erklärt. Der Hecke entlang führte der Weg zum zweiten Weiher. Unterhalb davon ist der Sumpfschachtelhalm zu finden, ein lebendes Fossil. Denn Vorläufer von ihm waren schon vor über 350 Mio. Jahren auf der Erde. Auf dem weiteren Weg wurde am Beispiel des Holunders und der Brennessel auf die vielfältigen Möglichkeiten für Heilpflanzenkundige hingewiesen. Besonders am Stamm der Rotbuche und des Ahorns sind oft grüne und gelbe Flecken zu sehen. Es sind Flechten, als Lebensgemeinschaft (Symbiose) von Alge und Pilz.

 

Das versteckte Leben der Pilze

Diese Symbiose gab auch das Stichwort zum versteckten Leben der Pilze, von denen wir besonders im Herbstwald nur die Fruchtkörper sehen. Die Pilze leben oft in Lebensgemeinschaft mit Bäumen, im Austausch von Mineralien und Wasser gegen die Produkte der Photosynthese. Der Wald ist eine Lebensgemeinschaft von Produzenten von Biomasse und den Destruenten, bodenbewohnende Insekten, Mikroorganismen und den Pilzen, welche die Biomasse wie Blätter und Holz wieder zu Humus zersetzen und so wieder den Produzenten wieder zur Verfügung stellen. Recycling wurde also von der Natur schon vor hunderten Millionen Jahren erfunden, insbesondere nach der Karbonzeit.

 

Moos als wichtiger Feuchtigkeitsregulierer

Auf dem weiteren Weg wurden verschiedene Farne und Moose gezeigt. Den Moosen kommt eine wichtige Funktion als Feuchtigkeitsregulierer zu. Am anderen Ende des Tannenbergwalds in östlicher Richtung befindet sich mehrere Eichen. An der Eiche mit dem dicksten Stamm, bei der 4,5 Meter gemessen wurden, wurde über den Stammumfang eine Altersbestimmung gemacht. Anhand einer App wurde das Alter auf ca. 355 Jahre bestimmt. Auf dem Rückweg waren insbesondere noch die Eibe zu sehen. Ein Exemplar, das es in der Schweiz gibt und 1'500 Jahre alt ist, gilt als der wohl älteste Baum. Die Stechpalme im Tannenbergwald ist der einzige Laubbaum, welcher auch seine Blätter im Winter behält und schöne rote Früchte trägt.  Der Wald als Erholungsort und als Ort der Entspannung wurde angesprochen, mit positiven Effekten auf die Gesundheit für das Immunsystem, den Körper und den Geist.

 

Um 11 Uhr war der Ausgangspunkt wieder erreicht. Für das nächste Jahr ist wieder eine Waldexkursion vorgesehen.

Weitere Informationen:

Naturschutzverein Gossau ZH

Tannenbergstrasse 58
8625 Gossau ZH
Telefon 079 799 85 53
www.naturschutzgossau-zh.ch

 

Quelle: Eingesandtes

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